Raypal LED-Ruecklicht RPL-2261 im Test

Rücklicht Raypal RPL-2261 im Test – Der Neuralisator

Auf der Straße herrscht Krieg. Wer mit dem Bike tagtäglich im Straßenverkehr unterwegs ist, der muss sich mit allerlei Ärgernissen herumschlagen. Das schlimmste von allen Ärgernissen sind Autofahrer, die ihren Führerschein scheinbar auf dem Jupiter gemacht haben. Da ist soviel Platz, dass keine Rücksicht auf andere genommen werden muss. Nur blöd, dass wir hier auf der Erde sind. Logischerweise sollte bei den Autofahrern auf den Resetknopf gedrückt werden. Das klappt am besten mit dem „Neuralisator“. Wer das Gerät nicht kennt, sollte sich den extra dafür gedrehten Werbefilm „Men in Black“ anschauen. Ein kurzer roter Blitz und schon kann man die asozialen Verhaltensweisen abstellen.
Mit dem Raypal Rücklicht lässt sich das auf einfache Weise bewerkstelligen. Einfach am Sattelrohr befestigen einschalten und los geht das „blitzgedingse“.

Hell, heller am hellsten – ohne Straßenverkehrszulassung

Wer Wert auf ein Bike in straßenverkehrsordnungskonformer Konfiguration legt, sollte sofort aufhören zu lesen. Das LED-Rücklicht von Raypal ist nicht dafür gemacht, irgendwelchen Ordnungshütern zu gefallen. Es ist dazu gemacht, Leben zu retten. Gerade im Großstadtdschungel scheint es manchen Autofahrern schwer zu fallen, in gebührenden Abstand an Radfahrern vorbei zu fahren. Manchmal entscheiden Millimeter über Gedeih und Verderb. Da ich an das Gute im Menschen glaube, schließe ich böse Absichten und willentliches Abdrängen an dieser Stelle aus. Bleibt als letzte Möglichkeit für die rasiermesserscharfen Überholvorgänge, nur die mangelhafte Sichtbarkeit der Radfahrer übrig. Da sich das RPL-2261 einen Teufel um Zulassung kümmert, kommt es mit einer maximalen Leuchtkraft von 100 Lumen daher.

Raypal RPL-2261 – Rechtlich fragwürdig dafür extrem hell

Es gilt für den Frontscheinwerfer lt. STVZO eine Leistungsbegrenzung auf 3 Watt (allerdings noch aus den Zeiten als Glühlampen eingesetzt wurden). Für das Rücklicht wurde normalerweise ein 0,6 Watt  Leuchtmittel eingesetzt. Die Raypal liegt gefühlt bei der hundertfachen zugelassenen Leistung. Das Rücklicht soll dafür sorgen, von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen zu werden. Das Raypal-Rücklicht geht noch einen Schritt weiter. Es sorgt dafür, dass einen die anderen meiden. Im Overdrive-Modus hat man das Gefühl, direkt in den Antrieb eines Sternenzerstörers zu schauen. Hell wie eine Atomexplosion in Rot, leuchtet es einem entgegen. Selbst unachtsame Autofahrer haben keine Chance zu sagen: Das habe ich nicht gesehen. Nachteil des Overdrive-Modus: Stromverbrauch. In der Praxis hat sich gezeigt, dass die Leuchtdauer bei circa 3 – 5 Stunden liegt. Dann dürstet es dem kleinen Kraftpaket nach neuen Elektronen. Der Akku ist mit 500mA etwas dürftig ausgefallen. Dafür sind die Abmessungen und das Gewicht recht überschaubar.  Maße 8 cm x 2,6 cm x 1,7 cm, Gewicht 32 g. Das Rücklicht lässt sich in sechs verschiedenen Modi betreiben: Standard 20 Lumen, High 50 Lumen, Overdrive 100 Lumen, 50 % Flash, 100 % Flash und Stroboskop. Wer sich im Großstadtdschungel durchschlägt, könnte versuchen im Stroboskob-Modus die gesamte Bevölkerung zu neuralisieren. Die Gefahr bei Epileptikern einen Anfall auszulösen, liegt jedenfalls bei 100 Prozent.

Einfaches laden Raypal RPL-2261 via USB

Nach maximal sechs Stunden ist Schluss mit dem Protonenfeuerwerk. Das Rücklicht warnt bereits vorher durch eine LED an der Oberseite, dass der Strom zur Neige geht. Mit der integrierten USB-Buchse ist das Auftanken kein Problem. Lediglich ein Kabel mit USB-Mini-B-Anschluss wird benötigt, welches mitgeliefert wird. Die Anschlussbuchse ist wassergeschützt unter einer weichen Gummikappe versteckt. Normaler Regen ist kein Thema. Tauchgänge sollten jedoch vermieden werden. An einem normalen PC lädt die Rückleuchte circa zwei Stunden auf.

Einfache Bedienung mit nur einem Knopf

Die unterschiedlichen Betriebsmodi der LED-Rückleuchte werden durch mehrmaliges drücken eingestellt. Einmal drücken und die Lampe ist eingeschaltet. Jedes weitere drücken des gummierten Tasters wechselt zum nächsten Modus. Um zu den Blinkfunktionen zu gelangen wird zwei mal lange gedrückt. Einmal lange drücken bedeutet over and out. That is it. Die mitgelieferte Halterung beschränkt sich auf eine flexible Gummischnalle die einfach stramm um das Sattelrohr geschlungen wird. Fertig. Die Lampe ist sicher fixiert. Der Winkel lässt sich ebenfalls verstellen. Der Rückstrahler kann an Rohren mit einem Durchmesser von 22-31,8 mm montiert werden. In der Gummischnalle ist die Trägerplatte für das Rücklicht integriert. Die Lampe wird einfach aufgeclipt.

Fazit: Kleine Leuchte mit enormer Leistung für jeden Tag. Wem sein Leben lieb und die Straßenverkehrsordnung egal ist, findet in der Raypal RPL-2261 einen brauchbaren Weggefährten. Der Straßenpreis liegt zwischen 12-16 Euro. Das ist zugegeben nicht ganz günstig. Dafür gehört ein Ladekabel zum Lieferumfang. Ein Netzteil fehlt. Da die LED-Lampe über USB geladen wird, ist das jedoch zu verschmerzen. Für uns sogar ein echter Pluspunkt. So gesellt sich nicht noch ein sinnloses Ladegerät zu den bereits vorhanden. Für eine schnelle Runde im Wald mit Freunden reicht der normale Modus aus oder man fährt als Schlussleuchte. Diejenigen, die ein paar Kilometer in das rote Höllenleuchten schauen mussten, werden dankbar sein oder zu gefährlichen Überholmanövern verführt. Als Akku kommt ein Lithium Akku zum Einsatz. Selbstentladung und Memoryeffekt spielen so keine Rolle.

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