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Aufgrund vieler Beschwerden beim Verfassungsgericht und drohender
Klagen, sieht sich die Regierung gezwungen, das Konjunkturpaket
auszuweiten. Offensichtlich hat man beim Einführen der Abwrackprämie
vergessen, dass es mehr als einen Industriezweig in Deutschland gibt.
Ständig ist nur die Rede von angeschlagenen Automobilfirmen, andere
Branchen bleiben gänzlich unerwähnt. Das die Chemie-, Stahl und
Dienstleistungsbranchen ebenfalls kränkeln, ist bei den
Verantwortlichen leider nicht angekommen.
Konjunkturpaket ist ein Schlag ins Gesicht
Nachdem einige in
Deutschland produzierende Fahrradhersteller Beschwerde beim
Verfassungsgericht Karlsruhe gegen das Konjunkturpaket eingereicht
haben, überdenkt man nun im Kreise des Finanzministers die
Verteilung der zur Verfügung stehenden Gelder. Zitat: "Es kann
nicht sein, dass die Automobilfirmen, welche jahrzehntelang
unglaubliche Gewinne erwirtschaftet haben, diese in Form von
horrorenden Managergehältern assimilierten und keine Rücklagen für
wirtschaftlich schwierigere Zeiten geschaffen haben“. A. Prilerski,
Sprecher des neu zusammengeschlossenen Konsortiums der deutschen
Zweiradhersteller, bringt es auf den Punkt: „Die einseitige
Verteilung der Gelder aus dem Konjunkturpaket ist ein Schlag ins
Gesicht für jeden der an das Gleichstellungsgesetz glaubt“.
Wirtschaftsminister Guttenberg
"Wirtschaftsminister Guttenberg hat durch die neue
Bundespressestellenbeauftragte verlautbaren lassen, dass für die
circa 20.000 in der Zweiradindustrie und deren Zulieferer
Beschäftigten keine Gefahr bestünde. Mit einer, für Räder die
nachweislich älter als 5 Jahre sind, wird es eine Abwrackprämie in
Höhe von 200 – 300 Euro geben. In den nächsten ein bis zwei
Wochen steht auf der Website der www.bafa.de
ein Formular zur Verfügung, mit welchem die Prämie beantragt werden
kann. Um empfangsberechtigt zu sein, muss der Antragsteller eine
eidesstattliche Erklärung abgeben, dass das alte Zweirad länger als
fünf Jahre in seinem Besitz war und das neue Rad einen Neupreis von
mindestens 700 Euro hat. Die Förderprämie wird direkt von den
Radhändlern vor Ort verrechnet. In Verbindung mit dem genehmigten
Antrag des Kunden erhalten diese die Prämie direkt von der Bank für
Wirtschaftsförderung. Kritiker befürchten jetzt eine Signalwirkung
für andere bedrohte Branchen. Ein zugelassene Klage am
Verfassungsgericht könnte das gesamte Konjunkturpaket gesetzwidrig
werden lassen.
Firmen von Insolvenz bedroht
Das Argument, das zwischen den von Insolvenz bedrohten
Firmen kein Unterschied besteht, ist nicht von der Hand zu weisen.
Eine GmbH beispielsweise ist und bleibt eine GmbH, ob sie nun Opel
oder Vereinigte Deutsche Zweiradwerke GmbH heißt. Rechtlich sind
beide gleichwertig zu werten. Ab dem 15. April stehen die Gelder zur
Verfügung und dann heißt es: „Ab zum Radhändler Deines
Vertrauens und Arbeitsplätze sichern“!
Mehr Infos: www.bafa.de
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