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CO2-Zertifikate für Mountainbiker – Umweltplus für Radler |
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Geschrieben von Michael Kozlowski
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Sonntag, 1. April 2007 |
Gut
zu wissen, dass unsere Regierung sich Sorgen um unsere Zukunft macht.
Nachdem sich Anfang des Jahres der feste Entschluss unserer
Regierung, die Welt zu begrünen, manifestierte, wurden mehr oder
minder sinnvolle Gesetze erlassen. Sehr interessant für
Radfahrer dürfte der private Emissionsscheinhandel werden. Die
KFZ-Steuer entfällt komplett, dafür eingeführt wird
eine der produzierten Abgasmenge und gefahrenen Kilometern
entsprechende Umweltausgleichsabgabe. Eine ähnliche Verordnung
wird für den Flugverkehr erlassen. Pro geflogenen Kilometer wird
für den Urlauber eine Abgabe von 1,2 Cent fällig. Ist ein
Flug oder die Autofahrt nachweislich dienstlich anberaumt, so besteht
die Möglichkeit der Rückerstattung über den
Jahressteuerausgleich.
In allen Straßenverkehrsämtern
besteht nun die Möglichkeit, sich einen GPS-Rekorder zu
erwerben. Dieser wird verplombt montiert und einmal im
Abrechnungsjahr beim Straßenverkehrsamt ausgelesen. Die
Verrechnung erfolgt dann im darauf folgenden Jahr automatisch. Die
eigentliche Innovation ist der GPS-Rekorder. Kompakter kann er kaum
noch sein und der Clou: Er braucht keinen Strom. Ähnlich wie bei
einer Automatikuhr, wird der benötigte Strom durch
Erschütterungen und Bewegung erzeugt. Der äußerst
stromsparende Sirf-V-Chipsatz macht dies erst möglich. Das
Auslesen erfolgt über einen aktiven RFID-Chip. Entgegen passiven
RFID-Chips kann dieser über dynamische Variablen, wie zum
Beispiel den Kilometerstand, Auskunft geben. Es werden lediglich
gefahrene Kilometer und Geschwindigkeit im Verhältnis
aufgezeichnet. Die Geschwindigkeit dient als Verifizierung für
die gefahrenen Kilometer. Wird eine Geschwindigkeit von mehr als 50
km/h für mehr als 60 Sekunden überschritten, werden diese
nicht mehr gewertet. Für Rennradfahrer, welche im Pulk durchaus
eine höhere Geschwindigkeit erreichen können, gibt es
entsprechend andere Rekorder. Dieser Schutzmechanismus soll
verhindern, dass das GPS-Modul an einem Motorrad oder Auto mitgeführt
wird und somit die CO2-Bilanz gefälscht wird. Während die
CSU und CDU für eine aktive Aufzeichnung der Radfahrer
plädierten, konnten SPD und Grüne eine solche Überwachung
verhindern. Mit der aktiven Überwachung hätte jederzeit der
Aufenthalt einer jeden Person zu jeder Zeit ermittelt werden können.
Dies wäre aus datenschutzrechtlichen Gründen mehr als
bedenklich gewesen. Zumal die Module anstatt jetzt 29,95 € weit
über 100 Euro teuer geworden wären und zusätzlich eine
aktive Stromversorgung benötigt hätten. Sehr lobenswert
finden wir auch die Möglichkeiten, seine „erfahrenen
Kilometer“ zu veräußern. Ebenso das Bonussystem halten
wir für mehr als gelungen. Alle 500 Kilometer erhält man
automatisch einen Jokerbonus. Dieser Bonus kann gegen Flug oder
Fahrkilometerzertifikate eingetauscht werden. Wird der Joker für
den normalen PKW-Verkehr getauscht, verdoppeln sich die Kilometer.
Beim Tausch gegen Flugkilometer bekommt man immerhin den dreifachen
Wert gut geschrieben.
Fazit:
Wir begrüßen das neue Gesetz zum privaten Emmisionshandel.
Der Anreiz, bares Geld zu „erradeln“, dürfte den einen oder
anderen dazu motivieren, das Auto stehen zu lassen. Der positive
Nebeneffekt: Die Gesundheitsausgaben könnten durch den besseren
Gesundheitszustand der aktiven Radfahrer sinken.
Foto: GPS-Recorder, silbern schimmert die Schwungmasse zur
Energieerzeugung in Gleitweg. Mit Absicht ist die Gleitfläche von außen
zugänglich um eine Wartung zu erleichtern. Hinter der Schwungmasse
befindet sich unzugänglich die Elektronik im oberen Bereich ist die
Antenne zu sehen
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