Hier folgt der zweite Streich unseres ultimativen Bikemagzintests. Nachdem der Kauf der Magazine ein tiefes Loch in unsere Redaktionskasse gerissen hat, mussten wir ersteinmal für Euronachschub sorgen. Einige Nachmittage in der Fußgängerzone füllten unsere Kasse soweit auf, dass wir uns ruhigen Gewissens an den zweiten Teil der Serie machen konnten. Wenden wir uns also der "Mountain Bike" zu. Der Name sollte Programm sein.
Doch auch hier endlose Fotostrecken, Kleinanzeigenmarkt usw. Wobei die Bilder ein wenig ansprechender als in der "bike"sind. Sicher lebt ein Magazin auch von seinen Bildern, doch für 3,90 Euro kann man auch schon ein wenig Schreibarbeit verlangen. Im Mountainbike Magazin sind wie jedes Jahr und bei jedem anderen Magazin die üblichen Tests zu finden. Besonders witzig fanden wir den Beitrag "Bike-Tuning" hier werden verschiedene Produkte vorgestellt und anhand Ihres Tuning-Wertes beurteilt. Ein Schraubenschlüssel wenig "Tuningwert" und fünf Schraubenschlüssel ein absolutes "Must-have". Leider steigt der Preis proportional zur Anzahl der vergebenen Schraubenschlüssel. Das ganze Magazin macht vom Layout her einen jüngeren, frischeren Eindruck als die "bike". Dies geht allerdings zu Lasten der Übersichtlichkeit. Die über das gesamte Magazin verteilten Produktvorstellungen (wahrscheinlich Pressemitteilungen der einzelnen Firmen) tragen nicht gerade zur Übersicht bei. Wer auf Neuheitensuche ist, der wird hier fündig. Zum Pflichtteil: Wieviele Seiten sind womit gefüllt? Hier wieder unsere Erbsenzählerei! Die 114 Seiten teilen sich wie folgt auf: 1 Seite Titel 2 Seiten Inhaltsverzeichnis 11 Seiten Kleinanzeigen und sonstige Werbung 4 Seiten Händleradressen (für Händler die sich keine Werbung leisten wollen) 3 Seiten Reiseservice und Bestenliste 1 Seite Herstellernachweis 13 Ganzseiten Werbungen 5 Halbseitige Werbungen 6 Seiten Bild (Buntes Treiben, eigentlich 6 1/2 aber wir wollen mal nicht so sein) 3 Seiten Bild (Two in one) 3 Seiten Bild (Testwoche ; Wir haben die halbenseitigen Bilder als nur eine Seite gewertet) 1 Seite Bild (Dauertest Steppenwolf) 1 Seite Bild (Tuning Tipps) 1 Seite Bild (Einzeltest Viner) 1 Seite Bild (Standpumpen Test) 3 Seiten Bild (Reportage Rahmenbau ; abgerundet zugunsten des Artikels) 2 Seiten Bild (Iron Biker ; abgerundet zugunsten der weiblichen Leser) 5 Seiten Bild (Reise) 3 Seiten Bild (Raid Gauloises) 1 Seite Vorschau
Insgesamt also 70 Seiten die vom redaktionellen Teil abzuziehen sind. Bleiben grob über den Daumen 44 Seiten mit Text zu füllen. Dies sollte das über 10 Mann/Frau starke Redaktionsteam eine leichte Übung sein. Liebe Leute versteht uns nicht falsch: Bilder zu "knipsen" und druckreif aufzubereiten, ist nicht weniger Aufwand als Texte zu schreiben. Wer es nicht glaubt kann gerne ein oder zwei Seiten gestalten und druckreif vorbereiten. Mit diesen Seiten geht er dann zu einem Belichtungsstudio seines Vertrauens und darf uns anschließend sagen wie lange die Geschichte gedauert hat. Auch die Themenfindung wird immer schwieriger wenn wirkliche Innovationen ausbleiben. Die Tests sind objektiv und lassen einen Vergleich der Bikes und Parts zu. Die "Bestenliste" ist mittlerweile auch ein wenig abgegriffen. Wer hat mit diesen Listen eigentlich angefangen? Vermutlich die Hifi-Magazine der frühen 80er, die mit Ihren Urteilen wie "Spitzenklasse-Referenz" über Gedeih und Verderb der Komponenten entschieden haben. Ob ein Bike, welches ausschließlich mit Parts vom Platz "1" aufgebaut wird, wirklich der "Hammer in allen Klassen" wäre ist fraglich. Das ist ein Test den wir gerne lesen würden. Als grobe Richtung ist diese Liste aber durchaus zu gebrauchen. Ob ein Teil mit dem anderen harmoniert muss getestet werden (keiner hat Behauptet das es einfach ist ein gutes Costum-Bike zu bauen).
Fazit: Was sollen wir sagen? Auch hier wieder viel Werbung und Bilder. Wir stellen uns ernsthaft die Frage, ob wir vielleicht einen völlig anderen Geschmack als die breite Masse der Leser haben? Wenn diese Fotos wenigstens noch "krasse Stunts" zeigen ist es ja völlig ok, aber Landschaftsaufnahmen gehören in ein Reisemagazin (Ja Ja, ein Teil der Fotos sind unter der Rubrik "Reise" zu finden. Auch hier können wir keine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen. Die eine oder andere Ausgabe erwerben ja, aber im Abo? Auf die Gefahr hin uns zu wiederholen: Im Internet gibt es jede Menge Infos. Wer sich einen schnellen Marktüberblick verschaffen möchte ist mit der Bike und der Mountain Bike gut beraten. Die Biketests sind ohne Makel, die Produktvorstellungen auch. Der "Iron-Biker" ist mehr für Fitnessfreaks als für Mountainbiker. Welcher Biker will schon seine übriggebliebenen Euros (nach dem Teilekauf) in ein Fitnessstudio bringen? Die Erfahrung zeigt, dass nach der anfänglichen Euphorie schnell die Lustlosigkeit Einzug hält. In diesem Fall ist man mit einem Jahresvertrag, der maximal zur Hälfte genutzt wird, bestraft. Monatsverträge liegen preislich jenseits von gut und böse und eine "Kraftmaschine" für den Keller ist alles andere als ein Schnäppchen. Die Website die Ihr unter www.mountainbike-magazin.de findet, kann sich durchaus sehen lassen. Es scheint ein Redaktionssystem dahinter zu stehen, welches auch genutzt wird. Lobend hervorzuheben ist die Übersichtlichkeit und die Rubrik "Rückrufliste". Wir finden: Viele bunte Bilder, jede Menge Produktnews, aber leider auf der gleichen Welle wie die anderen Magazine. Tipp: Wiedermal das Internet oder diverse Newsgroups in denen Technik und Bikes diskutiert werden
PS: An dieser Stelle soll wieder der Ruf nach einer Pocketausgabe erschallen. Wir wollen endlich handliche Magazine!!! |