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Sanitas SEM 40 Digitales EMS/TENS Elektrostimulationsgerät im Test |
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Geschrieben von Michael Kozlowski
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Samstag, 18. Oktober 2008 |
EMS/TENS
sind nicht etwa eine neue Boy- oder Girlgroup. Wer hier einen
Zusammenhang vermutet liegt völlig falsch. Wenn auch die Musik der
einen oder anderen Castingshow-Gewinnergruppen zum gleichen Ergebnis
führen, wie die elektrische Stimulation mit einem EMS/TENS Gerät.
Früh bereits erkannte man den Nutzen den elektrischer Strom in allen
Lebensbereichen brachte.Während Licht und Wärme noch zu den weniger
fragwürdigen Einsatzgebieten zählt, stellt der elektrische Stuhl
zur „humanen“ Tötung von verurteilten Schwerstverbrechern das
andere Ende der Einsatzmöglichkeiten dar. Dazwischen angesiedelt ist
der elektrische Garagentoröffner und das Foltern mit Stromstößen.
Ein Konglomerat aus verschiedenen Entwicklungen stellen die TENS und
EMS-Geräte dar.
Früher fanden Stromstöße ihre Anwendung in
zweifelhaften Therapien zur Behandlung psychisch kranker
Menschen.Irgendwann entdeckte man jedoch die heilende Wirkung von
Strom. Verschiedene Therapieformen sind heute wissenschaftlich
anerkannt. Die TENS- oder EMS Therapie ist eine mögliche Anwendung.
Vorteil der kleinen portablen Geräte: Sie können vom Patienten
überall eingesetzt werden. Doch was bedeutet TENS und EMS? Bei der
TENS-Therapie spricht man von der sogenannten transkutanen
elektrischen Stimulation von Nerven. Der Stromimpuls, welcher
transkutan, also durch die Haut, an die Nervenbahn gebracht wird,
unterdrückt die Weiterleitung von Schmerzimpulsen und verschafft so
Linderung bei Schmerzen. Hierbei ist neben der Stromstärke auch die
Frequenz wichtig. Höherfrequente Impulse regen die körpereigene
Endorphinproduktion an und verschaffen so Linderung. Niederfrequente
überlagern die vorhandenen Schmerzimpulse und schwächen so das
Schmerzgefühl ab.
EMS
ist eine ganz andere Baustelle. EMS bedeutet: Elektrische
Muskelstimulation. Dabei wird dem Muskel ein Stromimpuls von außen
zugeführt, so dass dieser zu einer Kontraktion angeregt wird. Je
stärker der Impuls, umso größer die Kontraktion des Muskels. Neben
der Stärkung von Muskeln kann ein EMS-Gerät auch zur aktiven
Regeneration eingesetzt werden. So lassen sich Regenerationszeiten
nach harten Trainingsphasen verkürzen oder Massagen durchführen.
Während
bekannte Geräte von Compex oder Cefar erst ab 150,00 Euro aufwärts
erhältlich sind, kann das Sanitas SEM 40 Gerät für knappe 40 Euro
bezogen werden. Das Gerät war vor kurzem bei Lidl erhältlich und
zog so unsere Aufmerksamkeit auf sich. Das Gerät wird in einem
schlichten Karton mit einer mehrsprachigen Bedienungsanleitung und
vier selbstklebenden Snap-on-Elektroden geliefert. Ein ziemlich
sinnloser Gürtelklipp und ein sinnvoller Satz Batterien runden den
Lieferumfang ab. In der Anleitung die grundsätzliches zum Thema
TENS- und EMS-Therapie erläutert, finden sich detaillierte
Abbildungen wie und wo die Elektroden zu platzieren sind. In
Tabellenform klärt das Manual über die verschiedenen Programme und
deren Einsatzgebiete auf. Neben fest voreingestellten Programmen
können auch individuelle Zyklen programmiert werden. Die je 20
Programme im TENS/EMS Modus und die 10 Massage Programme können in
ihrer Dauer variiert werden. Ein sogenannter Doktor-Modus kann zum
individuellen Einstellen der Stromparameter genutzt werden. So lassen
sich die vorgegebenen Programme um eigene ergänzen. Die Menü-Führung
über die Enter-, Up- und Down-, sowie die Menü-Taste ist
übersichtlich und leicht verständlich. Die Elektroden können mit
einem weichen fusselfreien Tuch gereinigt werden.
Fazit:
Im Selbstversuch konnte die Wirksamkeit zweifelsfrei erwiesen werden.
Ob Rücken- oder Nackenschmerzen, immer konnte mit dem Gerät eine
Linderung erzielt werden. Das Gerät lässt sich leicht handhaben und
leistet sich keine eklatanten Schwächen. Einzig die Einschränkung
auf zwei Kanäle ist für eine EMS-Anwendung zumindest fragwürdig.
Der Abstand zu den Elektroden sollte bei circa fünf Zentimeter
liegen. Dies lässt sich bei größeren Muskelgruppen mit nur zwei
Elektroden leider nicht realisieren. Die Stärken des Gerätes liegen
eindeutig in der TENS-Therapie. Hier konnte der preisgünstige
Kandidat für knappe 40 Euro komplett überzeugen. Schön wäre noch eine Liste der
kompatiblen Elektroden und ein Bestellschein für diese gewesen.
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