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Undercover - Was trägt Man(n) oder Frau drunter?
Geschrieben von Michael Kozlowski   
Mittwoch, 11. Juni 2003
Undercover - Was trägt Man(n) oder Frau drunter?Kontrovers diskutiert und doch nie beantwortet. Ähnlich wie die Frage nach dem optimalen Computer (PC oder Mac) geistert die Frage nach dem "Untendrunter" bei Bikern durch die Köpfe der Radenthusiasten. Ebenfalls ungeklärt ist die Frage, was unter demm Schottenrock getragen wird. Auch die Werbung gibt über die Underwear bei Bikern keine Auskunft über das Was und Wie. So suggeriert uns Carefree beispielsweise, das Mountainbikerinnen Ihre Stringtangas über der Leggins tragen und der Wiegetritt die Aufgabe hat, nicht das Bike von links nach rechts zu "wiegen", sondern ausschließlich den Po. Prinzipiell machen berühmte Persönlichkeiten wie Verona Feldbusch es vor: Unten ohne ist In! Zwingen kann man natürlich niemanden. Es gilt: Jeder wie Undercover - Was trägt Man(n) oder Frau drunter?er möchte! Von Unterwäscheträgern als schlagkräftigtes Argument angeführt, wird immer wieder die Hygiene. Liebe Unterhosenträger, wie lange tragt Ihr Eure Bikehosen? Wochen oder gar Monate? Mountainbiker oder auch Rennradfahrer, die ein wenig Wert auf Sauberkeit legen, waschen ihre Bikeunderwear nach jeder Benutzung! Wem eine normale Erziehung zu teil wurde, der wechselt Unterwäsche und Socken mindestens täglich. In grauer Vorzeit waren die Gesäßpolster von Bikehosen aus Leder gefertigt und mußten in sorgsamer Handwäsche gereinigt und anschließend eingefettet werden. Jeder Biker hatte seine geheimen Rezepte und Tricks, um seinen Hoseneinsatz geschmeidig und sauber zu halten. Diejenigen unter Euch, die das lederbewährte Stück einfach in die Waschmaschine warfen, wurden nach dem Trocknen mit einem bretthartem Polster bestraft. Eine Armee von Textilingenieuren entwicUndercover - Was trägt Man(n) oder Frau drunter?kelte nach und nach das Polster, wie wir es heute kennen. Atmungsaktiv, antibakteriell und pflegeleicht - die Bikehose wird einfach in die Feinwäsche geworfen und das war es. Wer täglich fährt, tut gut daran, eine Zweithose sein Eigen zu nennen. Nach dem Biken nimmt man das eklig durchgeschwitzte Teil mit unter die Dusche, wäscht es mit etwas Kernseife aus (gut spülen nicht vergessen) und schon kann man am nächsten Tag eine saubere Hose anziehen. Was also spricht für normale Unterwäsche? Eigentlich nichts. Größter Nachteil der normalen Unterwäsche, ist das verwendete Material. Weder Baumwolle noch sonstige Kunstfasern, die in der normalen Unterwäsche Verwendung finden, sind geeignet für den harten Einsatz unter sportlichen Bedingungen. Schlechter Feuchtigkeitstransport, Passform und Kompfort lassen zu wünschen übrig. Für die Fahrt zur Eisdiele spielt es mit Sicherheit keine Rolle, was drunter getragen wird. Hier zählt Style und nicht Funktion. Doch für CrossCountry und Marathonfahrer, oder nur den amibitionierten Feierabendbiker, der mal eben eine kleine Runde von 30 km und mehr fährt, kann die Wahl der falschen Unterbekleidung böse Überraschungen bereithalten. Die Palette der Missären reicht vom wundscheuern bis hin zur ausgedehnten Infektion. Das feuchtwarme Klima an den Stellen, die im Normalfall niemals das Licht erblicken, ist ein idealer Nährboden für Bakterien. Pilzinfektionen sind ebenfalls keine Seltenheit. Die in den Hosen eingesetzen Polster werden ergonomisch geformt und vernäht. Die Nähte werden so gelegt, dass keine Scheuer- oder Druckstellen entstehen können. Genau das ist der Kasus Knacktus: Wer eine Unterhose unter der Radlerhose trägt, quält sich genau mit dem, was die Radhose verhindern soll - Nähte, schlechter Feuchtigkeitstransport und und und. Alles Argumente, die gegen eine Benutzung von Unterwäsche sprechen. Die Stringfraktion steht hier auch nicht besser da. Ist der String sehr schmal ausgeführt verliert er seine "hygienische Isolierfunktion", ist er zu breit, scheuert er. Also auch hier kein wirklicher Vorteil für die Träger von Strings. American Shorts, Retroshorts und die normalen Slips haben ebenfalls dicke Nähte und sind aus Materialien gefertigt die alles andere als ideal für Sportbedürfnisse angepasst sind. Bei vielen Unterhosen werden die verschiedenen Teile, aus welchen sie bestehen, mit einer Naht, die dreifach übereinander gelegt ist, vernäht. Druckstellen und Schmerzen sind vorprogrammiert.

Fazit: Weniger ist mehr! Moderne Funktionsbekleidung wird direkt auf der Haut getragen, um optimale Funktion sicher zu stellen. Wer trotz Radlerhose noch unter wunden Stellen leidet, der sollte es mit Hirschtalg probieren. Vor dem Megaausdauerevent an den gefährdeten Stellen auftragen (Innenschenkel, die Achsenhöhlen, Bauch- und Po-Falten, Brustwarzen etc.). Nach der Benutzung sollte die Funktionswäsche sofort gewaschen werden, entweder mit der Hand oder in der Waschmaschine. Antibakterielle Feinwaschmittel garantieren auch bei Waschtemperaturen von 30 Grad für ein keimfreies Sporterlebnis. Die Preise für Radlerhosen fallen dank Aldi und Co. auch nicht mehr ins Gewicht. Für den Weekend-Warrior sind die beim Discounter gebotenen Qualitäten ausreichend.

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