Wir machen so was! Das
Team der mtb-extreme.de! Jeder der sich ein wenig mit Sport und
Training auseinander setzt, nutzt einen Herzfrequenzmesser. Diese in
allen Preisklassen erhältlichen Helfer sorgen für ein
gesundes und effektives Training, sofern sie mit Verstand benutzt
werden. Herzfrequenzmesser sind in allen Preisklassen erhältlich.
Von 10 Euro bis 500 Euro wird eine Preis- und Funktionsspanne
abgedeckt, wie sie größer nicht sein könnte. Bei den
günstigen Modellen lohnt sich ein Wechsel der Batterie kaum. Bei
den teuren Modellen gehört der Wechsel der Knopfzelle zum guten
Ton.
Einige Hersteller
konstruieren ihre Geräte so, dass ein Wechsel der Batterie
selbst durchgeführt werden kann. Meist reicht eine Münze um
die Lithiumbatterie aus ihrem wasserdichten Gefängnis zu
befreien. Wartungsfreundlichkeit wie sie sein sollte. Dies beschränkt
sich leider oft auf die Brustgurte. Bei den Empfänger-Uhren
können die meisten Hersteller sich nicht dazu entschließen,
einen Batteriewechsel Zuhause zu erlauben. Fadenscheinige Gründe,
wie Wasserdichtigkeit usw. werden vorgeschoben, um die teuren
Dienstleistungen verkaufen zu können.
Polar Batteriewechsel
Bekanntester Vertreter
dieser Strategie ist Polar. Ist man glücklicher Besitzer eines
Wearlink-Brustgurtes kann man bequem die Knopfzelle selbst wechseln.
Die Besitzer älterer Gurte haben nur die Möglichkeit diesen
ein zu senden. Bei den Polar-Herzfrequenz-Empfängern ist ein
eigenhändiger Tausch der Batterie nicht vorgesehen. Polar bietet
dies als Service gegen Entgelt an. Dieser Batterieservice beinhaltet
natürlich nicht nur den Tausch der leeren Batterie, sondern auch
eine Überprüfung der Dichtigkeit, Genauigkeit der
Herzfrequenzmessung usw.; alle Verschleißteile werden
gegebenenfalls kostenfrei gewechselt (außer Gehäuse und
Elektronik). Die Preise für den Service bewegen sich zwischen 15
und 25 Euro für die Uhr und zwischen 8 und 21 Euro für den
Gurt. Der Gurt (bis auf den Wearlink) wird dabei ausgetauscht. Diesen
Kosten stehen 3-4 Euro für eine Batterie gegenüber, wenn
der Batterieaustausch selbst durchgeführt wird.
Wir raten ab!
Wenn der
Herzfrequenzempfänger geöffnet wird, erlischt die Garantie
und es kann keine Funktion und Wasserdichtigkeit gewährleistet
werden. Dies sollte jedem klar sein, der Hand an sein Schmuckstück
legt.
Als Beispiel haben wir den
Polar 710i ausgewählt. Dieser versah fast drei Jahre lang,
fünfmal die Woche, für 1-2 Stunden pro Einheit, ohne
irgendwelche Ausfälle, seinen Dienst. Zusätzlich wurde noch
nach jeder Trainingseinheit der Datenbestand auf den heimischen PC
kopiert. Die Haltbarkeit der Energiespeicher gibt somit keinen Anlass
zur Kritik und lassen ein selber Wechseln kaum rentabel erscheinen.
Doch wir wären nicht die mtb-extreme, wenn wir es nicht trotzdem
tun würden.
Was wird benötigt?
1x Knopfzelle CR2354 (kann
bei www.reichelt.de
bestellt werden ca. 1,50 Euro)
1x Schraubendreher
Kreuzschlitz aus dem Feinmechaniker-Sortiment
2x Wattestäbchen
1xVaseline oder Silikonöl
(Silikonfett für Armaturen geht natürlich auch)
Es empfiehlt sich das
Zerlegen der Uhr an einem Schreibtisch oder ähnlichem
vorzunehmen. Als Unterlage sollte ein DIN-A3-Blatt Verwendung finden
(so kommen keine Teile weg).
-
Uhr reinigen und
trocknen (Weicher Lappen mit mildem Spülmittel)
-
Mit der Rückseite
nach oben die vier Schrauben auf der Rückseite über Kreuz
lösen
-
Boden mit Armband
vorsichtig abnehmen (Achtung die Dichtung)
-
Batterie entfernen
(Vorsichtig mit dem Fingernagel heraushebeln)
-
Neue Batterie
einsetzen
-
Mit dem Wattestäbchen
vorsichtig die Gehäuseflächen reinigen
-
Wattestäbchen
mit wenig Silikonöl, Silikonfett oder Vaseline benetzen und
Dichtungen und Dichtungsflächen damit einreiben
-
Sitz der Batterie und
Dichtungen prüfen
-
Rückseite der
Uhr vorsichtig und passgenau aufsetzen. Diese „rastet“ leicht
ein und kann dann nicht mehr bewegt werden
-
Schrauben über
Kreuz wieder eindrehen und handfest anziehen (nach fest kommt ab,
und das ist dann teuer!)
-
An der Uhr ein Reset
durchführen
-
Einstellungen via
Infrarot vom PC auf die Uhr übertragen
Fertig!!!
Wenn alles in Ruhe
durchgeführt wurde, sollte der Pulsmesser jetzt wieder
funktionieren. Der Batterieaustausch sollte maximal 1-2-mal selbst
durchgeführt werden, da die Dichtung verschleißt, muss
diese gelegentlich getauscht werden. Ebenso Wasserdichtigkeit und
Genauigkeit der Herzfrequenzmessung sollten ab und an überprüft
werden. Wem das egal ist oder wer die alte Dichtung für
vertrauensunwürdig erachtet, kann das Gehäuse mit Hylomar
(sparsam einsetzen) abdichten. Diese dauerelastische Dichtmasse
verklebt nicht und kann rückstandsfrei entfernt werden.
Fazit:
Wenig handwerklicher Aufwand. Große Ersparnis. Der Brustgurt
könnte mit Sicherheit auch in Heimarbeit wiederbelebt werden,
doch davon sollte wirklich Abstand genommen werden. Die
Kontaktflächen (Elektroden) die im Gummi eingelagert sind
korrodieren und verhindern somit eine genaue Pulsmessung. Der Gurt
ist also ein Verschleißteil. Beim Wearlink soll dies anders
sein, dessen Kontakte sind im Gegensatz zu den Modellen T31 und T61
auf dauerhaften Einsatz ausgelegt.
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