Wer kennt das nicht? Man hat gewisse Ansprüche an sein Bike, aber die Funktion mancher Anbauteile ist nicht den Ansprüchen gewachsen. Dieses Problem hatte ich auch mit der Bremsanlage an meinem Scott Octane. An dem Bike war serienmäßig eine Magura Clara montiert. Bei der ersten Ausfahrt war ich mehr als enttäuscht, die Bremsleistung war mehr als schlecht, jede V-Brake hatte mehr Bremsleistung und Biss.
Anfangs dachte ich noch, wenn Sie eingefahren ist wird sich eine bessere Bremsleistung einstellen. Aber daraus wurde nichts. Die Bremsleistung wurde zwar besser, aber mir reichte es immer noch nicht. Auch ein Einstellen der Bremse brachte keine Abhilfe. Die Bremsleistung war und blieb wenig überzeugend.
Also habe ich mich schlau gemacht, was der Markt an Scheibenbremsen hergibt. Meine Wahl fiel auf die Hayes FH vorne mit 208 mm Scheibe und hinten mit 160 mm. Beim Vergleich der Bremsen gab es offensichtliche Unterschiede: Die Beläge der Hayes sind fast doppelt so groß wie die der Magura. Die Montage der Hayes zeigte sich auch als nicht schwierig, völlig problemlos. Bremse montiert und los zur ersten Probefahrt - und siehe da: Die Scheiben waren zwar noch nicht eingefahren, aber die Bremsleistung war wesentlich besser. In manchen Bike-Magazinen wurde die Hayes nicht so gut bei den Tests bewertet, weil sie zu schwer, der Druckpunkt ungenau und die Hitzeentwicklung zu groß sei. Im großen und ganzen kommen die Bewertungen der Bike-Magazine hin. Wird die Bremse bei der Abfahrt permanent gezogen, wird sie sehr heiß und die Scheibe bekommt eine leichte Verfärbung. Die Leichteste ist sie auch nicht, aber Bremsleistung ist wichtiger als das Gewicht. Dass die Bremsscheibe sich erhitzt, scheint mir bei Benutzung auch normal. Ein geringer Wartungsaufwand und eine hohe Standzeit sind mir wichtiger als 20 Gramm weniger Gewicht. In diesem Fall kann ich der Hayes ein "sehr gut" geben. Ich fahre sie jetzt fast ein Jahr bei jedem Wetter, und sie hat mich nie im Stich gelassen. Draufgebaut und losgefahren, alles funktioniert einwandfrei. Ich hatte, seitdem die Bremse montiert ist, nicht ein einziges Mal Probleme mit ihr. Das Einzige, was ich regelmäßig kontrolliere, sind die Beläge, ob sie noch dick genug sind oder eventuell verglast sind. Sollte die Oberfläche verglast sein: kurz mit Schmiergelpapier drüber und alles ist wieder O.K. Die Hayes FH eignet sich sehr gut zum Freeriden und zum Downhill-Einsatz. Dort wird eine gute Bremsleistung verlangt, und das erfüllt Sie eindeutig. Oft liest man auch, dass die Bremse quietscht (das konnte ich nicht feststellen). Der Verschleiß der Bremsbeläge ist nicht so hoch. Ich fahre noch immer die ersten Beläge. Sollte die Bremse doch zu Quietschgeräuschen neigen, empfiehlt es sich zwischen Bremskolben und Bremsbelag ein wenig Kupferpaste aufzutragen. Ist das Geräusch immer noch nicht beseitigt, können als letzte Möglichkeit die Kanten des Belags mit der Feile angeschrägt werden. Hier noch ein paar technische Daten zur Bremse: Da die Hayes eine hydraulische Bremse ist, wird als kraftübertragendes Medium Bremsflüssigkeit eingefüllt, mindestens DOT4. Durchdacht sind auch die Bremsgriffe, die beidseitig verwendbar sind und sich im Abstand zum Lenker einstellen lassen (große und kleine Hände). Das Gewicht einer Bremse liegt bei ca.425 Gramm (mit der großen Scheibe kommen noch ein paar Gramm drauf). Es lohnt sich eine große Scheibe vorne zu fahren, der Zugewinn an Bremsleistung ist enorm. Der Preis einer Bremse liegt bei ca. 254 Euro, die große Scheibe kostet ca. 76 Euro und die dazu benötigten Adapter kosten ca. 25 Euro. Wie man sieht ist das nicht gerade günstig, aber es lohnt sich. Wenig Geld für eine funktionierende Bremse, die einwandfrei funktioniert und in jeder Lage ihren Zweck voll und ganz erfüllt. Die Website ist auch ganz witzig... ein wenig verspielt, aber durchaus informativ. Es wird das komplette Manual zum Download angeboten. Die Technik der Bremsen wird auf der Page erklärt und und und... http://www.hayesdiscbrake.com |