Das fehlende Bindeglied zwischen CrossCountry und Freerider hat K2 mit dem Launcher 5.0 entwickelt. Das K2 Launcher 5.0 ist eine gelungene Kombination aus phatter Optik und minimalen Gewicht.
Durch die verstellbare Geometrie ist das Bike vielseitig einsetzbar. Als Travel und CrossCountry-Bike oder als Freerider (eingeschränkt auf Grund des zu kleinen Federwegs) spielt es seine Stärken aus. Trotz der massiven Optik wiegt das Launcher lediglich 14 kg.
Viele CC-Biker möchten auch gerne mal ein wenig wilder um die Ecken hetzen, doch mit den gängigen CC-Bikes, die entweder nicht spritzig genug sind oder der Belastung nicht gewachsen sind, ist dies fast unmöglich. Die Tüftler von K2 haben sich das Ziel gesetzt, ein stabiles und trotzdem agiles Bike zu entwickeln.
Auf den ersten Blick erweckt das Bike den Eindruck, es sei aus Carbon in Monocoque-Technik gefertigt. Das nahezu perfekte Finishing, kann ohne übertreiben zu wollen, mit dem König des Perfekten (Klein) mithalten. Die äußerst komplexe von aussen nicht sichtbare Form der Rohre wird durch einen sogenannten "hydroforming-process" erreicht. Die Tubesets werden nicht gezogen sondern aus dem vollem Material mit einen Wasserschneider "gefräst". Dieser Fertigungsprozess wird seit Jahren beim Bau mit Carbonmaterialien eingesetzt. Durch dieses Verfahren erhält der Rahmen eine überdurchschnittliche Festigkeit, die durch integrierte Gussets noch erhöht wird. Sie vermindern das Risiko von Ermüdungsbrüchen und Schweißfehlern, ebenso verringern sie das Gewicht. Die Schwinge des Launcher ist aus 12 mm starkem Aluminium gefertigt und lagert in vier gekapselten Lagern. Diese Lager sind Garant für perfektes Ansprechverhalten, trotz der etwas überholten Konstruktion. Die Geometrie läßt sich an der Dämpferanlenkung, dem Sitzdom und am Lenkkopf einstellen. So ist ein Einsatzbereich im CrossCountry oder Dual kein Problem. Die Ausstattung kann sich in dieser Preisklasse auch sehen lassen: 9-fach Shimano XT/LX RaceFace Prodigy DH ISIS-Kurbel Magura Clara Scheibenbremsen WTB DualDuy Felgen mit Shimano XT-Naben Reifen MutanoRaptor 2.4 Gabel Noleen NR-2 einstellbar in Druck- und Zugstufe Dämpfer Rock Shox Duke SL, einstellbar in Druck- und Zugstufe mit 100 mm Federweg. Der Rest ist ein Mix aus Shimano und anderen Marken-Parts. Auf dem Trail überzeugt das Bike wirklich. Auf engen Trails läßt es sich zielgenau um die Ecken scheuchen. Auch die Klettereigenschaften sind besser, als es die phatten Reifen und das Gewicht vermuten lassen. Der Fahrspass wird lediglich durch die nicht grade glücklich gewählten Federelemente getrübt. Etwas mehr progressive Abstimmung hätte dem Bike gut zu Gesicht gestanden. Für den Preis von circa 1.850 $ ist das Launcher 5.0 eine Überlegung wert. Investiert man noch ein paar zusätzliche Dollar in die Federung, für härtere Gabelfedern steht dem ungetrübten Fahrspass nur noch das schlechte Wetter im Weg. Für 2003 hat K2 eine Version mit mehr Federweg geplant. Dieses Jahr müssen wir uns allerdings mit dem Launcher in seiner jetzigen Konfiguration zufrieden geben. Abschließend kann gesagt werden, daß das Bike nichts weltbewegendes Neues zu bieten hat. Doch für den ambitionierten CrossCountry-Fahrer, der gerne mal eine härtere Gangart anschlägt, ist das Launcher 5.0 in jedem Fall eine Überlegung wert. Leider hat K2 es versäumt, die Federelemente in Lockout-Ausführung zu verbauen, somit ist das Bike nur bedingt für den harten Kletteranstieg geeignet. Alternativ kann man natürlich auch sein altes Bike mit einer Megagabel und Hammer-Federbein aufrüsten. Fraglich bleibt jedoch die Funktionalität. Einstellbare Geometrie bleibt dann auch Wunschdenken. Das Bike hat das Zeug, ein echter Allrounder zu werden. Die Bike-Szene sollte darüber nachdenken, eine neue Art von Bikes einzuführen. Das "Adventure-Bike". Eine Kombination aus leichtem CrossCountry-Bike mit einem Schuß Downhill, garniert mit ein paar Freeride-Parts. Das Bike für alle Lebenslagen. Egal, ob es in der Woche für den täglichen Weg zur Arbeit genutzt wird, oder am Wochenende für den knallharten Singeltrail. Aber welcher Hersteller hat schon Interesse an der Entdeckung des "Ei des Kolumbus". Für den Umsatz ist es erträglicher zwei oder gar drei Bikes zu verkaufen, anstelle von einem Allrounder. Technisch dürfte die Umsetzung keine Probleme machen. Es bleibt zu hoffen, dass jemand sich opfert und ein solches Bike auf den Markt bringt. Ich selber wäre wahrscheinlich einer der Ersten, die ein solches Bike kaufen würden. Nicht das ich mit meinem Mantra unzufrieden bin, aber der eine oder andere neidische Blick auf die Federwegboliden bleibt auch mir nicht erspart. Am Berg oder bei langen Strecken gibt das Klein keinen Anlass zur Kritik, aber wenn es mal härter "down the hill" geht, wünsche ich mir doch ein wenig mehr Federweg als die etwas überholten 70 mm.... |