|
Für den einen ist es Rock für den anderen Pop oder Alternative oder ist es einfach nur Musik? Ein durchaus gelungenes Debütalbum. Sozialverträglicher Rock oder rockiger Pop? Die Frage drängt sich nach dem ersten hören auf. Rockig ist das Album der 2002 gegründet Band in jedem Fall. Es fehlt der Schmutz und die Härte, die echten Rock auszeichnet. Zu glatt und zu eingängig sind die Melodien und Texte. Bei manchen Stücken hat man den Eindruck, die Band würde sich zurück nehmen, um etwas weniger zu polarisieren. Doch genau das fehlt der Scheibe:
Etwas Farbe, um sich vom Einheitsbrei abzuheben. Es fehlen Ecken und Kanten. Das Album als gesamtes ist hörbar, bleibt aber nicht lange im Gedächtnis. Damit ist Pentaphone in guter Gesellschaft. Bei bekannteren Bands, wie zum Beispiel Nickelback, drängt sich der Eindruck des immer Gleichen ebenfalls auf. Wer sich die Mühe macht, die 11 Tracks zwei oder dreimal zu hören, dem wird auffallen, dass sie durchaus hörbar sind. Technisch gibt es nichts zu bemängeln. Der Sound ist perfekt umgesetzt und schallt satt aus den Lautsprechern. Sehr gut gefallen hat die Kombination von Geige und Gitarre im Stück "Away und Still in your kiss". Die Streicher geben den Songs eine gewisse Tragik. Das Klavier in "Say goodbye" geht stilistisch in die gleiche Richtung und versucht den Brückenschlag zwischen Rock und Klassik. .
Der Text ist egal
Text mit fundamentalen Weisheiten sind auf dem Album "Nevertheless" nicht zu finden. Wobei es fragwürdig ist, bei Rockmusik eine Welt verändernde Wirkung zu suchen. Die einzigen Musiker, die von sich behaupten die Welt mit ihrer Musik verändert zu haben sind wohl "David Hasenhirn", Entschuldigung "Hasselhoff" und die "Scorpions". Ob es wirklich so ist oder wahr, entzieht sich der Kenntnis der Weltöffentlichkeit. Jedenfalls reichen mir Texte, die vom wahren Leben erzählen, von Sex, Drugs and Rock ´n´ Roll und sind wir doch ehrlich: Wieviel versteht man denn vom englischen Gesang? Hauptsache es fetzt! Diese Hauptsache fehlt bei dem Debütalbum von "Pentaphone" leider. Es ist ein gutes Mainstream-Album mit hörbaren Tracks.
Von allem etwas und doch nicht genug
Es ist rockig, es ist melodisch, es ist technisch usw. leider aber nur von allem ein bisschen. Positiv: An keiner Stelle ist zu hören, dass dies ein Erstlingswerk ist. Sicherlich liegt das an den acht Jahren Erfahrung, auf die die Band zurück blicken kann. Zieht man die Erstveröffentlichungen anderer Rockbands heran, gibt es durchaus schlimmere Machwerke. Um sich früh morgens durch den Berufsverkehr zu quälen, ist es genau die richtige Scheibe um in Fahrt zu kommen. Die Balladen wie "Away", "Still in your kiss" und "Say goodbye" bringen eine gewisse "Schwere" auf den Nachhauseweg und machen das Verkehrschaos erträglicher. "Pentaphone" ist sicherlich eine Band, die im Auge behalten werden muss. Für echte Rocker vielleicht etwas zu seicht. Für Pop(p)er die rocken wollen, genau das richtige. Mir persönlich könnte es etwas härter zugehen. Etwas mehr Metal in den Gitarren, etwas mehr Dreck im Gesang und etwas mehr Emotion in der Stimme wären mein Wunschkonzert. Der Silberling ist allemal besser, als das, was sonst in Form von Deutsch-Rock konsumierbar gemacht wird.
Nevertheless
01. Sad and useless
02. Sun of life
03. Wondering
04. Right time
05. Tribute
06. Away
07.Rest in peace
08. To die for
09. Still in your kiss
10. Thank you
11. Say goodbye
Label: http://www.stf-records.de/
Artist: http://www.pentaphone.de
|