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Findige
Plattenkritiker denken sich immer neue Namen für irgendwelche wilden
Musikstile aus. Sei es Rock, Progressiv oder Alternative. Alles muss in
eine Schublade passen; sonst kann man es ja auch schlecht vergleichen.
Leider stellt niemand dieses Schubladendenken in Frage. Eigentlich
stellt sich gar nicht die Frage, welchem Genre eine Band gerne angehören
möchte. Wenn der Sound gut ist, dann darf es auch gerne Pop, House oder
sonst was sein. Die vier Saarländer, die als "Samarah" auf die Bühne
drängen, sind ein typischer Fall. Crossover könnte man sagen (wenn man
denn wollte).
Schwierig einzuordnen.
Während
die Band durchaus das Zeug hat echten Hardrock, eventuell sogar Metal zu
spielen, lässt Marcel Staub als Frontmann die eine oder andere Frage
offen. Kraftvoll wummert das Schlagzeug und mit der Gewalt von
startenden Düsenjets kreischt die Gitarre im Hintergrund. Leider kann
man sich des Gefühls nicht erwehren, die Band hält sich dem Sänger zu
Liebe zurück. Ein wenig wie Herr Frodo auf der Flucht vor den bösen Orcs
hört sich Staub an: Kurzatmig und ohne echte Emotionen. An jedem
Satzende die letzte Silbe noch schnell herausgequetscht. Diesen Eindruck
erweckt er jedenfalls mit seiner scheinbar gequälten Darbietung. Doch
je öfter die Songs durch den Gehörgang ins Gehirn rauschen, umso besser
gefallen sie. Eine Hardrock-Version von den Raemons könnte man sagen. Jedoch um Klassen
besser als jedes Gedudel der "Deutschland sucht den Superirgendwas" oder
"Popstar". Wer sich auf den Sound einlässt, wird schnell feststellen,
dass die Songs weit weg von langweilig sind. Brisante Wechsel und
stahlharte Drums sorgen für ein gewisses Eigenleben des "Wipp
mit"-Fusses. So fühlt man sich in "The Chosen" selbst wie auserwählt,
immer wenn man denkt, der Song wäre zu Ende, geht es doch noch ein Stück
weiter. Wirklich krönender Abschluss ist der gelungene Titel "The Storm
ist over". Etwas langsamer vorgetragen mit eindringlicher Melodie und
Refrain.
Es geht weiter und weiter
Ein wenig
irritieren kurze Intermezzi wie "Made by Maschine" oder "Interlude".
Doch der Rest kann durchweg als gute Rock-Kost verdaut werden. Etwas
mehr Härte in der Stimme würde die Scheibe noch etwas höher im Ranking
steigen lassen. Vielleicht wäre sogar eine Zuordnung zu einem bestimmten
Genre möglich. Allerdings würde es die Band ein wenig langweiliger
werden lassen. Als Wanderer zwischen Nu-Metal und Alternative können sie
jedenfalls überzeugen. Was neben der Atemlosigkeit der Vocals stört
ist, dass die Songs sich immer mehr im Laufe ihrer Spielzeit einander
nähern. Irgendwann ist der Punkt in jedem Titel erreicht, wo es schwer
fällt zu sagen, welcher Song welcher ist. Was den einzelnen Song
interessant werden lässt, stört im gesamten Album und schmälert doch die
Hörfreude. Round about sollte man die Band und das Album aber doch im
Auge behalten. Zur richtigen Stimmung kann der Sound durchaus
überzeugen...
Mehr Infos:
Label:
http://www.antstreet.de/
Artist: http://www.samarah.de /
The World stop Turning
01.
Intro
02.
Into this world
03. The World stops turning
04. The Chosen
05. Made by maschine
07. Fire in your eyes
09. Murder City
10. Whiskey in the jar
11. Never be the same.
12. Interlude
13. Parasite
14. The storm is over
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