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"Haldi"-Galli im Pott
Mittwoch, 5. Juni 2002

"Haldi"-Galli im PottDas der "Pott kocht" ist allgemein bekannt, spätestens nach der kontrovers diskutierten Anzeigenkampange. Doch wer hätte gedacht, dass sich Recklinghausen zur Potthauptstadt des Mountainbikens mausert? Heimlich und in aller Stille hat Markus Schwarz als Initiator und der Verein SC Preußen Hochlarmark als Organisator den steinigen Weg des deutschen Bürokratismus eingeschlagen. Die vierjährige Vorarbeit zu Ihrem Projekt trägt jetzt ihre ersten Früchte. Ein Projekt mit großen Zielen. Eine permanente Mountainbike-Strecke im Herzen des Ruhrgebietes mit hervorragender Anbindung an die Infrastruktur. Die geplante Strecke ist unmittelbar von drei Autobahnen zu erreichen. Auf der durch Abraumaufschüttung entstandenen Halde, die immerhin über 70 m hoch ist, soll noch in diesem Jahr eine Cross-Country-Strecke entstehen. Nachdem alle behördlichen Hindernisse aus dem Weg geräumt wurden, fand am 03.05.2002 die offizielle Vorstellung des Trails statt.

"Haldi"-Galli im Pott"Haldi"-Galli im PottAngespornt durch die Bewerbung um Olympia 2012 zeigten sich die Behörden und Ämter auf das äußerste kooperationsbereit. (Wer es nicht weiß: Cross-Country ist eine olympische Disziplin!) Zudem möchte Recklinghausen die fahrradfreundlichste Stadt werden. Auch der KVR (Kommunalverband Ruhrgebiet), der sich als Eigentümer der Hoppenbruchhalde für deren Nutzung verantwortlich zeichnet, ist über die Idee einer erlaubten Strecke erfreut. Der KVR erhofft sich davon eine Begrenzung der durch Mountainbiker verursachten Schäden. Die wild in die Landschaft gebauten Strecken verursachen einen nicht wiedergutzumachenden Schaden. Der Parcour auf der Hoppenbruchhalde soll erste Erfahrungswerte für die Olmpiastrecke auf der benachbarten Hohewardhalde liefern. Laut Dr. Joachim Siering konkretisieren sich auch Pläne für ein MTB-Leistungszentrum, doch dies ist noch Zukunftsmusik.

"Haldi"-Galli im Pott"Haldi"-Galli im PottUm eine Streckenplanung vorbei am Biker zu verhindern, hatten diese Gelegenheit aktiv am Streckenverlauf mitzuarbeiten. Bei der Begehung der Strecke mit Dr. Joachim Siering, Vertretern des KVR und des Kreises Recklinghausen wurde den begeisterten Bikern die Möglichkeit gegeben, kreativ mit Vorschlägen den Parcour nach Ihren Wünschen zu gestalten. Das Profil der Strecke kann sich durchaus sehen lassen. Auf dem Rundkurs, der 3,5 km lang ist, gilt es ca. 120 Höhenmeter zu überwinden. Nach engen Downhillpassagen werden auf breiteren Stücken Doubles, Tabels etc. zu finden sein. Auch Anlieger sind geplant und ermöglichen somit eine "Mitnahme" der Geschwindigkeit auf die ebenen Passagen. Im Moment noch dichtbewachsene Trails und Kurven werden im Herbst freigeschnitten werden. Dadurch wird die Strecke für Biker und Fußgänger einsehbar. Man hofft auf ein Miteinander, anstatt dem im Moment üblichen Gegeneinander.

Markus Schwarz hofft auf eine Unterbringung der Strecke im Racing-Kalender, sodass zwei bis drei Rennen auf der Halde ausgetragen werden können. Auch andere Events, wie zum Beipiel Konzerte, sind vorstellbar. Sogar Northshore-Trails sollen angelegt werden.

"Haldi"-Galli im Pott"Haldi"-Galli im PottAlles in allem sind wir der Meinung: Ein beipielhaftes Projekt. Leider ist im Gespräch mit dem KVR-Vertreter Herrn Jolk klargeworden, dass die Hoppenbruchhalde ein Einzelprojekt ist. Für andere Halden (Pattberg, Rinnenhalde etc.), die auch unter der Schirmherrschaft des KVRs stehen, sind Mountainbikestrecken nicht geplant. Die Konzentration auf lediglich einen Parcour scheint uns nicht sinnvoll. Um Schäden an Flora und Fauna auch auf anderen Berghalden zu begrenzen, sollten Synergieeffekte genutzt werden. Eine geduldete Nutzung ist auf lange Sicht für alle Beteiligten der "bessere" Weg. Das unbefahrbar Machen der illegal angelegten Trails ist ein Grabenkampf, der von keiner Seite gewonnen werden kann. Hat die Forstaufsicht einen Trail zerstört, bauen verantwortungslose Biker an anderer Stelle einen neuen. Auch hier ist erneut das Miteinander gefragt, nicht das Gegeneinander.

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