BB3000 Computer von Trelock

BB3000 Computer von Trelock – Der Protzer-Klotz

Tacho, Bike-Computer, Info-System, Flightdeck oder sonst wie nennen die Hersteller ihre Fahrradcomputer. Einfach nur noch von Tacho zu sprechen wäre Understatement in seiner reinsten Form. Vom schnöden Kilometerzähler, welcher via mechanischem Schneckenantrieb über eine Tachowelle die aktuelle Geschwindigkeit und zurückgelegte Kilometer anzeigte, bis zum heutigen Computersystem liegen Welten. Mit der Erfindung der Quarzuhr mit LCD-Display begann der Siegeszug der Minimonitore zur Informationsdarstellung. Rasant gefallene Fertigungskosten und große Stückzahlen ließen die Wunderwerke der Technik in jedem Lebensbereich Einzug halten. Angefangen von der stylischen LCD-Uhr über den Taschenrechner bis hin zur Waschmaschine. Überall LCD-Displays. So natürlich auch bei den Fahrradcomputern. Geschwindigkeit, Gesamtkilometer, Durchschnittstempo und Tageskilometer beherrschen selbst die billigsten No-Name Modelle.
Ausgehend von diesen Basics hat jeder Hersteller mehr oder weniger sinnvolle Funktionen ergänzt. Trelock bildet hier keine Ausnahme. Mit dem Bike & Body Computern wagt sich der renommierte Schlosshersteller auf eine fremdes Terrain. Mit dem Bike & Body 3000 bringt Trelock Fahrradtacho und Pulsuhr zusammen. Der Lieferumfang ist mehr als komplett: 1 x Halterung, 1 x Bike-Rad-Sensor, 1 x Trittfrequenz-Sensor, 1 x Pulssensor mit Brustgurt, 1 x schraubbarer Speichenmagnet, 1 x Klebemagnet für das Tretlager, Rasterbänder und eine mehrsprachige Anleitung. Da alle Sensoren via Funk mit dem Bike & Body Computer kommunizieren, ist die erste Bastelarbeit, die mitgelieferten Lithium-Batterien in die Geräte/Sensoren zu „frickeln“. Schlauerweise hat Trelock dabei auf die weit verbreitete und äußerst günstige CR2032 Knopfzelle gesetzt. Die optische Erscheinung ist durchaus beeindruckend. Leider kann die Optik nicht ganz mit der Haptik Schritt halten. Beim Anfassen merkt man deutlich den Plastik-Charakter. Eine Gummiehrung oder etwas mehr
Gewicht, hätten dem BB3000 sicherlich gut zu Gesicht gestanden. Das große Display lässt sich sehr gut ablesen und glänzt durch eine, in Verbindung mit der Halterung zu aktivierenden, Beleuchtungsfunktion. Wir fragen uns wirklich, warum nur so wenige Bike-Computer über eine Beleuchtung verfügen. Wahrscheinlich fahren die Ingenieure nur am Tage mit dem Rad. Die blaue Färbung der Beleuchtung macht mindestens genauso glücklich, wie die aus der Automobil-Branche. Vielleicht sogar einen Ticken glücklicher (muss die frische Luft sein).

Die Qualitäten des BB3000 sind ein wenig versteckt

Die Bike & Body-Serie glänzt durch eine einfache Bedienung bei maximaler Funktion. Entgegen der „Knopferitis“ anderer Hersteller, begnügt sich der BB3000 mit zwei Knöpfen. Je nach dem wie lange einer der Knöpfe oder auch beide gedrückt werden, erreicht man die unterschiedlichen Funktionen. Wie bei vielen anderen Geräten auch, ist eine optimale Benutzung aller Funktionen nur nach eingehendem Studium der Anleitung möglich. Die Grundeinstellungen lassen sich noch sehr einfach treffen, doch wenn es um Puls- und Trittfrequenz-Grenzen geht, ist es nicht mehr ganz so einfach. Die Anleitung ist vorbildlich und reichlich bebildert (leider auch etwas klein). Sehr gut gelöst ist das Pairing der einzelnen Sensoren. Jeder Sensor verfügt über eine individuelle Codenummer, mit der er am Computer angemeldet werden muss. Dies verhindert, dass andere „Fremd-Sensoren“ zu Fehlmessungen führen. Der Brustgurt für die Pulsmessung deckt die Größen M-XL ab. Wobei wir mehr in Richtung S-L tendieren. Brustgurt und Sensor werden über einen Druckknopf miteinander verbunden. Zuverlässig und unterbrechungsfrei übertragen alle Sensoren ihre Daten zum Bike-Computer und geben jederzeit Aufschluss über die aktuellen Daten oder Spitzenwerte bzw. Durchschnittswerte. Selbstverständlich raten wir vom intensiven „rumgedrücke“ ab. Der Blick gehört auf den Weg oder die Straße und nicht aufs Equipment.

Keinen Anlass zur Kritik

Durch drei Sekunden langes drücken der Mode Taste, kann man zwischen den drei verschiedenen Haupt-Modi (Geschwindigkeit und Entfernung, Herzfrequenz sowie Trittfrequenz) umschalten. Das Display ist selbst unter starkem Sonnenlicht gut ablesbar und gibt Aufschluss über alle relevanten Daten. Weder die Rad- noch die Pulsfunktionen geben Anlass zur Kritik. Ohne wenn und aber senden die Sensoren ihre Daten zum Bike & Body 3000-Hauptcomputer. Der Pulsgurt ist angenehm zu tragen und erinnert von den Sensorflächen stark an den Wearlink von Polar.
Die Daten des Bike & Body-Computers können über ein als Zubehör erhältliches Interface auf den PC ausgewertet werden. Die Anzeige ist immer aufgeräumt und durchdacht. Es entsteht nie ein Informations- Overkill. Je nach gewählter Funktion rücken die Herzfrequenz-, Trittfrequenz-, oder aber die Trip-Informationen in den Vordergrund.

Fazit: Der BB3000 ist ein Rund-um-sorglos-Paket für Biker. Die Beleuchtungsfunktion hat uns besonders gut gefallen. Das haben wir bisher bei anderen Bike-Computern oft vermisst. Puls und Frequenzauswertung funktionieren tadellos. Der Brustgurt sollte immer leicht angefeuchtet werden. Ohne Feuchtigkeit funktioniert
die Pulsmessung so gut wie nicht. Etwas kompliziert war das Zurücksetzen der aktuellen Trainingseinheit. Irgendwie wird in der Anleitung nur von Runden gesprochen. Diese lassen sich einzeln oder komplett löschen, wobei die Gesamtdaten erhalten bleiben. Wasserdichtigkeit und Handhabung geben keinen größeren Anlass
zur Kritik. Der robuste bajonettartige Verschluss der Halterung funktioniert auch ohne große „Fummeleien“ und fixiert den Tacho sicher auf seinem Thron. Da der Tacho nur über zwei Tasten und die Halterung über eine Taste verfügt, sind diese so groß ausgefallen, dass eine Bedienung mit Winterhandschuhen inkl. Regenüberzieher und Unterziehhandschuhe möglich ist. Was wir vermisst haben, war ein Lanyard oder ein Armband mit dem man den Tacho zur Pulsuhr umfunktionieren könnte. Es soll ja auch Biker geben, die ab und an mal laufen gehen oder Krafttraining absolvieren. Da der BB3000 als Fitnesscomputer positioniert ist, hat er hier ganz klar Punkte verloren.

Mehr Informationen:
www.trelock.de
Preis: ca. 130 Euro
Die Funktionen im Überblick:
Bikefunktionen
Geschwindigkeit: aktuell, max., Ø
Etappenfahrzeit und Strecke
Tageskilometerzähler
Stoppuhr und Uhr
Anzeige Restfahrzeit/-kilometer
Gesamtfahrzeit/-strecke Rad 1+2
Temperaturanzeige
Pulsfrequenz
EKG-genaue Pulsanzeige: Pulswert aktuell, max., Ø
Pulsober-/untergrenze einstellbar
Kalorienverbrauch pro Etappe
Pulswert innerhalb d. Trainingsgrenze bezogen auf Etappenfahrzeit
Gesamtkalorienverbrauch
Restfahrzeit bis zum Kalorienverbrauchziel
Trittfrequenz
Trittfrequenz: aktuell, max., Ø
Etappenumdrehung
Trittfrequenz innerhalb der Trainingsgrenze
Gesamtumdrehungen
Restfahrzeit bezogen auf restliche Umdrehungen
Unter- und Obergrenze Trittfrequenz
Sonstiges
Wireless Wake-UpTM
PC-Schnittstelle
Optisches Leitsystem
Großes Display mit Volltextanzeige in 8 Sprachen
Diebstahlsicherung durch PIN-Code
Batteriewechselanzeige
Weck-Funktion mit Buzzer
Dual Bike – elektronische Raderkennung
Geschwindigkeitsvergleich
kmh / mph

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