Inline-Skating

Inline-Skating, oder: Wie der Adler fliegt

Als echte Adrenaline-Junkies ist das Team der mtb-extreme immer auf der Suche nach Sportarten, die als Abwechslung zum Mountainbiken betrieben werden können. Kurz vor dem Ende der Bikesaison wollen wir es noch einmal wissen! Gibt es Sportarten, die cooler sind als biken? Sportarten die gefährlicher sind? Sportarten die mehr Spaß machen? Auf der Suche nach der Antwort, richtete sich unser Augenmerk auf das Inline-Skaten. Doch was unterscheidet das Inline-Skaten vom „Rollschuh-“laufen? Wer in den 80ern aufgewachsen ist, hat auch hier wieder den Vorteil, bereits alles zu kennen. Anfang der 80er wurde der Rollschuh, wie ihn unsere Eltern und Großeltern schon kannten, von einer neuen Erfindung abgelöst. Der Skate-Roller. Verächter dieser Sportgeräte nannten sie abfällig Disco- Roller (woran der eine oder andere schlechte Musik-Film nicht ganz unbeteiligt war).

Am Anfang war der Rollerskater

Richtige Rollerskater montierten einen normalen Turnschuh auf den Platten und schon war die ganze Sache „geil“. Höllenschwer und Kugellager die ihren Namen nicht verdienten, zeichneten die neue Generation der Rollschuhe aus. Nachdem einige Eissporthallen im Sommer auf die Rollerskater eingingen und Ramps in der Arena aufstellten, war nach drei oder vier Jahren der Hype um die Rollerskates vorbei. Bis in die 90er war es still geworden um das Rollschuhlaufen. Der Starlight Express im Bochum zeigt, dass Totgesagte länger leben. Seit zig Jahren drehen dort Rusty und Elektra ihre Runden auf heute anachronistisch anmutenden Rollerskates. Spektakuläre Stunts vermisst man, aber der breiten Masse gefällt es. Mitte der 90er kam dann eine Neuentwicklung auf den Markt. Die Inliner – halb Rollschuh und halb Schlittschuh. Im Gegensatz zum konventionellen Rollerskate waren die Rollen hintereinander „IN-LINE“ angeordnet. Bis heute hat sich diese Trendsportart gehalten und erfreut sich immer größerer Beliebtheit.

Inline-Skating

Mittlerweile sind die Speedskater fester Bestandteil jeder größeren Marathon-Veranstaltung. Die Athleten beeindrucken mit Zeiten um 60 Minuten für die rund 41 km. Grund genug also, sich diese Sportart genauer anzuschauen. 14 Millionen Deutsche können ja nicht irren. Geprägt vom Eishockey spielen wird sich also ein Inliner der Marke Bauer angeschafft und das auch noch günstig (Ausverkauf 50 Euronen) plus einem Protektoren-Set für 10 Euro. So ausgestattet geht es dann auf die Piste. Wir warnen jeden davor, ohne Ellenbogen- und Knieprotektoren zu fahren.

Nur mit Schutzausrüstung

Die Handschuhe mit den eingearbeiteten Kunststoffverstärkungen sind ebenfalls als unbedingtes Ausrüstungsstück zu sehen. Bei Stürzen hat man leider die dumme Angewohnheit, sich mit den Händen abzufangen. Dies führt dann leicht zum Handgelenksbruch. Nach circa 10 Minuten sind alle Safety-Gadets angelegt und man ist bereit, die ersten Meter zu fahren. Etwas wacklig in den Hüften, wird man schon nach einigen Runden mutiger, um dann unsanft festzustellen, dass die Inliner keinesfalls die Kurvengeschwindigkeiten von Schlittschuhen ermöglichen. Nach einigen weiteren Runden und Stürzen, fällt auf, dass die Dinger keine Bremse haben. Der Gummiblock an einem der Inlineskates hat anscheinend nur die Aufgabe, zerfranst auszusehen. Die beste und sicherste Bremsmethode ist das fallenlassen auf die Knie. Wer diese Grundregeln schmerzhaft erlernt hat (kein Gefühl in den Armen, die Knie tun weh, usw.), der kann sich dann an ein paar Sprünge wagen. Stop!!! Es heisst nicht Sprünge, sondern „Airs“! Wild mit den Armen rudernd, versuchen wir den gerade flügge gewordenen Krähen die Show zu stehlen. Wie „Eddy the Eagle“ wird der Schwerkraft getrotzt. Nach zwei Stunden und etlichen Blessuren, ist es genug. Es steht fest: Kein Bikeersatz! Zukünftig wird es nur noch gemütliche Touren in weiblicher Begleitung geben. Das Skaten macht sicherlich jede Menge Spaß, doch um wirklich coole Airs zu springen und megalange Grinds (irgendwie auf einer Eisenstange, bevorzugt 1,20m hohe Treppengeländer, lang zu rutschen) hinzubekommen, muss eine Menge Zeit investiert werden.

Alternative zum biken

Als Ausgleichssport können wir das Skaten uneingeschränkt empfehlen, es macht Lust auf mehr. Wer mit dem Gedanken spielt, es mal zu probieren, findet einen günstigen Einstieg in fast jedem Sportgeschäft. Um 100 Euro sollten für den Anfang genügen. Vom Fahren ohne Protektoren raten wir jedoch ab, ausser man möchte seinem Kumpel, der gerade Medizin studiert, einen komplizierten Handgelenk-Trümmerbruch vorführen. Bei den Inlinern solltet Ihr auf gute Passform achten. Die Faustregel „ne Nummer größer“ könnt ihr getrost vergessen. Die kommt von Leuten, die X-beinig durch die Gegend eiern. Der Schuh muss sitzen und darf nicht wackeln, er soll den Fuß stützen, aber nicht drücken oder einschnürren. Als absolute Spaß-Runde empfehlen wir den Baldeney See in Essen. 15 km eine Runde und jede Menge Skater, Mädels und Rastmöglichkeiten. Hier die fast 100 verschiedenen Skate- Disziplinen vorzustellen würde etwas zu weit gehen. Unser

Tipp: http://www.skate-network.de, dort bekommt Ihr eine gute Übersicht zum Thema inklusive Skate- Workshops etc.

Buchempfehlung zum Thema Inline skating

Extra-Tipp: Nicht jeder hat die Muße, sich todesmutig auf Inliner in eine Miniramp zu werfen oder Treppengeländer zu grinden. Vielen Menschen geht es beim Inlineskaten, neben dem Spaßfaktor, um den gesundheitsfördernden Aspekt. Der gelenkschonende runde Bewegungsablauf auf den acht kleinen Rollen setzt allerdings auch gute Fahrbahnverhältnisse voraus. Guter Rat ist teuer, wenn sich die Frage stellt, wo man bei sich in der Gegend gut skaten kann. Bücher zum Thema Inlineskaten gibt es auf dem Markt in Hülle und Fülle, besonders positiv aufgefallen sind uns „Skating Rheinland“ von Beate Grimm aus dem J. P. Bachem Verlag und „Inline Guide Niederrhein“ aus dem Hause Klartext. Beide Nachschlagewerke zeichnen sich durch umfassende Allgemeinformationen rund um das Inlineskaten aus, sei es der Aufbau von Inliner oder der Erklärung von Fachbegriffen. Auch bieten beide Nachschlagewerke Übungen zum sicheren Umgang auf Inlineskates an. Die Touren sind sehr gut beschrieben und umfassen alle wichtigen Informationen über die Fahrbahnverhältnisse, den Schwierigkeitsgrad, sowie die Länge der Touren in Kilometern. Die guten Karten der Touren sind sehr zu loben. Bei „Skating Rheinland“ gefällt vor allem die Spiralbindung, die es ermöglicht, die gewünschte Tour aufgeklappt zu lassen, was besonders während der Tour sehr positiv auffällt. Auch die zahlreichen, leider in schwarzweiß gehaltenen Bilder der Sehenswürdigkeiten, sowie die Hintergrundinformationen über die Tour sprechen für das Werk von Beate Grimm, die noch weitere Bücher über Inlineskaten im Großraum Köln anbietet. Der „Inline Guide“ von Volker Pecher und Uli Böckmann aus dem Hause Klartext fällt vor allem durch seine moderne Aufmachung auf. Die Farbbilder im Buch gefallen auf Anhieb, die Schreibe ist sehr flott und bereitet großes Vergnügen beim Lesen. Lediglich die viele Werbung im Buch stört etwas. Der „Inline Guide“ geht etwas mehr in die Materie des Inlineskaten, weist dafür aber auch weniger Tourenbeschreibungen und Toureninfos auf. Der „Inline Guide“ ist nahezu für alle erdenklichen Spots und Landstriche erhältlich, selbst für Paris und Mallorca sind Inlineguides erhältlich.

„Inline Guide Niederrhein“ – Klartext Verlagsgesellschaft mbH – ISBN: 3884748386 – 7,60 Euro

„Skating Rheinland“ – J.P. Bachem Verlag – ISBN: 3761614373 – 12,95 Euro

Mehr Infos unter:

www.bachemverlag. de
www.klartext-verlag.de

Happy Skating
Michael & Waldy

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