NaviiON- Navigation leicht gemacht!

NaviiON- Navigation leicht gemacht!

Autofahrer tun es, Piloten tun es, Seefahrer tun es!!! Eigentlich tut es jeder, der etwas auf sich hält. In jedem erdenklichen Bereich des Lebens hält der Computer Einzug. So auch beim Mountainbiken. Vorbei sind die Zeiten, in denen man als Tourenfahrer sicherheitshalber ein Überlebenstraining absolviert haben sollte. Trotz bestem Kartenmaterial einer Strecke folgen, gelang nur jenen, die über eine gehörige Portion Orientierungssinn und Abstraktionsvermögen verfügten. Mit dem NaviiON gehört dies der Vergangenheit an. Der NaviiON ist ein etwa Zigarettenschachtel großer „Bordcomputer“ für Mountainbiker. Das Gerät läßt sich am besten mit einem klassischen „Roadbook“ vergleichen, wie es auf Rallye eingesetzt wird. Um das Gerät möglichst klein und preiswert zu halten, wurde auf eine GPS Verwendung verzichtet. Der NaviiON benutzt zur Routenfindung eine Kombination aus Fahrtrichtung, Entfernung und Höhe. Anhand dieser Parameter orientiert sich das Gerät. Bei Abweichung eines Parameters erkennt der Computer, dass die vorgegebene Strecke verlassen wurde und informiert den Benutzer.

NaviiON ohne GPS

Da der NaviiON ohne GPS-Signal arbeitet, ist man gezwungen, zur letzten richtigen Kreuzung zurück zu kehren, da das Gerät ansonsten den Weg nicht mehr erkennt. Die Montage des Naviions beschränkt sich auf die Installation der Halterung und eines Impulsgebers. Wer im Besitz eines Sigma-Tachometers ist, muß lediglich den Sigma abnehmen und das NaviiON-Gerät aufstecken. Die Halterung ist kompatibel. Neben Datum und Uhrzeit wird am NaviiON nur noch der Radumfang eingestellt. Je genauer der Radumfang eingegeben wird, umso geringer sind eventuelle Abweichungen. Der Radumfang kann auf verschiedene Weise festgestellt werden. Eine Möglichkeit wäre die Ventilstellung mit Hilfe eines Kreidestückes auf dem Boden zu markieren, dann das Rad solange vorwärts rollen bis das Ventil wieder unten steht. Jetzt läßt sich der Radumfang unter Zuhilfenahme eines Zollstockes (Jaja, Gliedermaßstab) messen. Berechnen (Raddurchmesser x 3,14). Zur Sicherheit und größeren Genauigkeit sollte man die Messung 2-3 mal wiederholen. Das Gehäuse des Naviions ist aus schlagfestem Kunststoff gefertigt. Sämtliche Öffnungen sind durch dicke Gummidichtungen gesichert. Als Speichermedium findet eine Compact-Flash-Karte in beliebiger Größe Verwendung (Microdrive funktioniert auch). Die Stromversorgung ist durch zwei Batterien oder Akkus (Typ AAA) gesichert. Ein intensives Studium der Bedienungsanleitung ist nicht zwingend erforderlich, da die Benutzerführung des Naviions weitgehend intuitiv zu erlernen ist.

NaviiON ist intuitiv zu bedienen

Zu kurz sollte es jedoch nicht ausfallen! Bei unserer ersten Ausfahrt um eine Tour aufzuzeichnen, stellten wir am Ende bei der Nachbearbeitung am PC fest, dass wir nicht eine einzige Kreuzung gespeichert hatten, bzw. die Richtungsangaben fehlten. Ergebnis: Nochmal fahren! Das Erfassen einer Tour beschränkt sich auf die Eingabe der Kreuzungsdaten. Zusätzliche Informationen wie Untergrundbeschaffenheit, Schwierigkeitsgrad usw. können ebenfalls aufgezeichnet werden, müssen aber nicht. Wer keine Lust auf die Eingabe hat, kann die Kreuzungen auch während der Fahrt via Sprachnotizen aufzeichnen. Die Nachbearbeitung erfolgt, nachdem die Tour abgefahren wurde am PC. Die mitgelieferte Software gibt allerdings Anlass zur Kritik: Übersetzungfehler, keine windowskonforme Oberfläche (weniger schlimm) und einige Fehler bremsen den vom Gerät ausgelösten Begeisterungssturm erheblich aus. Im Programm besteht die Möglichkeit, zusätzliche Informationen zu den einzelnen Kreuzungspunkten als Text zu erfassen – auch zusätzliche Sprachaufzeichnungen sind integrierbar. Diese Informationen werden dann beim Abfahren der Tour mit eingeblendet bzw. lassen sich einblenden. Sehr gut ist auch die Idee, Bilder, die auf der Tour gemacht wurden, mit einzelnen Navigationspunkten zu verknüpfen (diese sind jedoch nur auf dem PC einzusehen).

Nachbearbeitung am PC

Beim Einbinden der Bilder haben wir eine Vorschau oder eine Browserfunktion in der die Bilder schon vor dem Laden zu sehen sind vermisst. Die Software ist der einzige Kritikpunkt. Es ist zum Beispiel nicht möglich, direkt einen Indexpunkt anzuwählen um diesen zu bearbeiten, umständlich wird man gezwungen, über die Vor- und Zurücktasten den gewünschten Punkt aufzusuchen. Auch die Stabilität und das Tempo der NaviiON-Software kann man nicht gerade als überragend bezeichnen (Wir hatten mehrere Abstürze). Da der NaviiON auch als „normaler“ Tachometer funktioniert, zeichnet er sämtliche Fahrdaten, wie Durchschnittsgeschwindigkeit, maximale Geschwindigkeit, zurückgelegte Strecke, Gesamtzeit, Stoppuhr, Höhe usw. auf. Diese Daten können anschließend in der Software aufgerufen und ausgewertet werden. Durch diese Funktion ist das Gerät ein idealer Trainingspartner. Da gefahrene Zeiten miteinander verglichen werden können, ist die Überprüfung der Leistung problemlos möglich.

Forum für Tourentausch

Ist die Tour dann komplett überarbeitet, kann man diese der Öffentlichkeit zugänglich machen. Unter http://www.navitrails.com/ wurde eine Plattform für den Tourenaustausch etabliert (Offline). Jeder Naviionnutzer kann sich dort anmelden und Touren herunterladen, bzw. für andere zur Verfügung stellen. Fast 400 Touren weltweit stehen zur Auswahl bereit und können heruntergeladen werden. Schön wäre noch ein Forum, in dem sich Naviionnutzer austauschen können, Probleme mit dem Gerät oder Software besprochen werden können. Nicht alleine für Einzelnutzer ist das Gerät interessant; Bikeverleiher sollten sich Gedanken darüber machen, ob sie nicht als zusätzlichen Service den Verleih eines Naviions anbieten. So könnte jeder, der im Urlaub biken möchte, vorgegebene Touren in der Region abfahren ohne Bikeguide. Die Probleme bei geführten Touren sind ja bekannt: Die Leistungsunterschiede in den Gruppen sind oft so groß, dass die einen völlig unterfordert sind, während die anderen schon das Gefühl haben, vor Ihren Schöpfer treten zu müssen.

Entspannter Biken

Mit dem elektronischen Guide könnte jeder sein individuelles Tempo fahren, ohne Angst zu haben, in fremden und unbekannten Gefilden verloren zu gehen. Das Nachfahren einer Route erfordert ebenfalls nur wenige Grundkenntnisse im Umgang mit dem NaviiON. Im Hauptmenu wählt man einfach den Menupunkt „Tour fahren“, dann die Tour und schon gehts es los. Während der Fahrt werden auf dem Display verschiedene Informationen angezeigt. Neben dem Höhenprofil kann noch die Streckenbeschreibung eingesehen werden. Im Hauptmenu werden alle relevanten Daten wie gefahrene KM, Höhe, Zeit, Kreuzungsansicht und Webbeschreibung angezeigt. Biegt man an einer Stelle falsch ab,  so erkennt der NaviiON dies und macht den „Schnitzeljäger“ darauf aufmerksam. Entweder kehrt man zum letzten richtigen Navigationspunkt zurück oder man fährt zum nächsten und teilt dies dem NaviiON mit. Leider ist hier Handarbeit gefragt, da ja eine GPS-Unterstützung nicht vorgesehen ist.

Unser Fazit: Hammergeiles Navigationsdeck mit Potenial. Boardcomputerfunktionen vom feinstem. Ein echtes „Must have“
für alle Tourenfahrer. Ebenfalls 100 Punkte erhält das Tourenportal: Wenn jeder seine Tour zur Verfügung stellt, dann werden wir wohl auf dem Bike schlafen, Essen und Trinken müssen.
Kritikpunkt: Software! Hier ist Verbesserung nötig. Besonders die Übersetzungsfehler (oder fehlende Übersetzung) nerven. Teststrecke der mtb-extreme.de: Hier als Zip

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