Tchibo Fahrrad-Brille im Test

Augenschmaus oder Graus? Tchibo Fahrrad-Brille im Test

Snake Plisken, alias „Die Klapperschlange“, ist wohl neben „Captain Hook“ der Einzige, bei dem eine Augenklappe cool zu sein scheint. Im Gegensatz zu Frakturen, Prellungen und sonstigen Schwächeleien lassen sich Verletzungen der Augen nur schwer behandeln. Hunderte von Euros werden in Protektoren, Helm und sonstiges Equipment investiert, doch wer investiert schon in eine Schutzbrille? Bei Downhillern längst Standard, fristet der Augenschutz bei Cross-Country-Fahrern ein Schattendasein. Im Sommer trägt man zweifelsfrei eine Sonnenbrille. Diese natürlich nicht, um besser sehen zu können, sondern einfach nur um zu zeigen, was für ein toller Hecht man ist. Wie sonst lassen sich Brillen im Preisbereich von 200-300 Euro rechtfertigen?

Sonnenbrille bei Dämmerung ist dämlich

Natürlich gibt es Unterschiede bezüglich Material und Funktion, doch grundsätzlich hat eine Brille die Funktion Sehfehler zu korrigieren oder die Augen vor Verletzungen zu schützen. In der kalten Jahreszeit oder bei einsetzender Dämmerung mit einer Sonnenbrille durch die Pampa zu rasen, mag ja bis zum ersten Crash stylish sein, aber besser wäre es gewesen, man hätte den Baumstumpf erkennen können. Wenn es ausschließlich darum geht, die Augen vor Verletzungen durch tieffliegende Kamikaze-Insekten oder vor Steinschlag durch den Vorausfahrenden zu schützen, muss es keine Designer-Brille sein. Geradezu gelegen kam der Werbeflyer von Tchibo. Endlose Kilometer durch Schnee- und Graupelschauer, die Augen zusammengekniffen, immer wieder Tränen wegwischend, wurde uns bewusst, dass eine Brille her muss. 3,99? Das ist doch ein Versuch wert! Also ab in die nächste Tchibo-Filiale und die Low-Cost Brille ergattern.

Tchibo Fahrrad-Brille – Zwei Modelle

Zwei Modelle stehen zur Auswahl: Eine Sonnenbrille und eine ohne nennenswerte Abtönung. Sinnigerweise entscheiden wir uns für das Modell mit der leichten Tönung. Eine erste Versuchsfahrt durch Graupelschauer, welcher sich wie Nadelstiche auf der Haut anfühlte, bestätigten der Brille Funktionstüchtigkeit. Mit integriertem Scheibenwischer wäre es wahrscheinlich noch besser, aber mit diesem Feature wartet noch kein Hersteller auf. Die Kunststoffgläser sind kratzfest und äußerst stabil. Am Kunststoffrahmen sind keinerlei scharfe Kanten, die im Falle eines Sturzes zu ernsthaften Verletzungen führen könnten. Trotz der geringen Tönung schützt die Billigbrille die Augen zu 100% vor schädlicher UV-Strahlung. Konstruktionsbedingt bietet die Brille leider keinen kompletten Windschutz. Vorteil dieses Nachteils: Die Brille beschlägt nicht. Der Windschutz ist aber ausreichend, um tränende Augen durch den eiskalten Wind zu verhindern. Die am Ende gummierten Bügel fixieren das Guckglas rutschfest am Ohr. Bei einem weiteren Selbstversuch trugen wir die Brille beim Lauftraining. Hier können wir der Brille 100% Funktion bescheinigen. Durch die andere Kopfhaltung ist der Windschutz optimal. Der Aufbewahrungsbeutel und der Neckstrip runden die Ausstattung ab.

Fazit: Günstiges Schnäppchen. Erträgliches Design. Für 3,99 Euro mehr als man verlangen kann. Korrekturgläser können nicht verwendet werden, so dass sich der halbblinde Biker entweder für Kontaktlinsen oder ein anderes Brillenmodell entscheiden muss. Wir meinen: Besser Tchibo auf der Nase, als Stein im Auge.

Michael Kozlowski

Was war, was ist, was wird. Jetzt sitze ich hier und überlege, was ich ?Über mich? schreiben könnte. Leider, oder Gott sei Dank blieben mir geistige Ergüsse, wie Einsteins E=mc2 oder die Findung der Frage auf welche die Antwort ?42? ist, erspart. Auch ist es mir nicht gelungen, den Weltfrieden herbei zu führen. Doch im Rahmen der Möglichkeiten, die sich einem 1968-Geborenen, von einer alleinerziehenden Mutter indoktrinierten Bengel aus Moers bieten, bin ich im Rückblick auf mein bisheriges Leben recht zufrieden. Die angeborene Bauernschläue nutzend, ist es mir gelungen, die zehn Pflichtschuljahre ohne Verzögerungen oder besondere Auffälligkeiten zu absolvieren. Sehr gut oder schlecht ist mir der ein oder andere Lehrkörper in Erinnerung geblieben. So bin ich bis heute von meiner damaligen Klassenlehrerin, Frau Kluge, beeindruckt. Voller Idealismus versuchte Sie mir die Hauptfächer nahezubringen. Bis auf Mathe ist ihr das auch recht gut gelungen.

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