Hey Sport Imprägnierung

Hey Sport Imprägnierung für Goretex und Co – Hey, biste noch ganz dicht?

Während eines ganzen Lebens wird eine Menge schmutziger Wäsche gewaschen. In der Politik, bei Promi-Trennungen, bei privaten Trennungen. Die einen nennen es Rache, die anderen Vendetta und wiederum andere sagen, was es ist: Schmutzige Wäsche waschen. Um es gleich vorneweg zu sagen: Nein, hier geht es nicht um Tom Cruise, Beckham oder sonst wen, der im öffentlichen Interesse steht. Es geht hier schlicht und ergreifend ums Wäsche waschen, beziehungsweise um das Imprägnieren von Goretex-Kleidung. Eigentlich ist dies ein Widerspruch in sich. Die Funktionsweise als Membran bedingt die Wasserdichtigkeit von Goretex und ähnlichen Stoffen. Imprägnieren sollte unnötig sein. Dies ist leider nicht so! Die Goretex-Membranen sollten Wasser (große Tropfen) abweisen und Schweiß (klitzekleine Tropfen) durchlassen. Dies ist einfache Physik. Aggregatzustände! Der Schweiß in Form von „Dampf“ kann die kleinen Poren der Membran ungehindert durchdringen, während der „flüssige“ Regen von der Membran abgeleitet wird. Das weitere Faktoren wie Dampfdruck, Temperaturdifferenz und Wassersäule usw. eine Rolle spielen, sei an dieser Stelle unbeachtet. Die eigentliche Wasserdichtigkeit wird also nicht durch extern aufgebrachte Imprägniermittel gewährleistet, sondern konstruktionsbedingt durch die physikalischen Eigenschaften des Goretex-Materials. Soweit die Theorie.

Mehrere Kleidungsstücke mit original Goretex-Membran, sowie auch Billigversionen anderer Hersteller, befinden sich im Fundus des mtb-extreme-Teams.

Goretex funktioniert nicht perfekt

Für meinen Teil muss ich leider feststellen, dass keines der Bekleidungsstücke als perfekt funktionierend zu bezeichnen ist. Grundsätzlich sollte man wirklich überprüfen, ob eine Undichtigkeit vorliegt oder aber durch fehlende Imprägnierung des Oberstoffes bei Nässe ein Feuchtegefühl aufkommt! Richtig!!! „Widerspruch!“, werden jetzt einige rufen. OK, da stimmen wir zu! Das Deckmaterial, welches die eigentliche Membran umgibt und vor mechanischen Beschädigungen schützt, ist leider nicht wasserdicht durch die Konstruktion der Faser. Ist die von außen aufgebrachte Imprägnierung des Stoffes (oder Kunstfaser) durch Regen oder Reiben, also durch die ganz normale Nutzung verbraucht, kann Wasser eindringen. Dabei entsteht ein Kühleffekt, der ein Gefühl von Nässe vermittelt. Wer also über seine Funktionswäsche meckert sollte sicherstellen, dass diese wirklich undicht ist. Löschpapier und Gartenschlauch sind ein gutes Mittel zum Zweck. Beim Sport selbst ist es ein wenig schwierig, zwischen nass geschwitzt und nass von außen zu unterscheiden. Die Funktion der Membran kann jederzeit durch Wärme reaktiviert werden. Im Laufe der Zeit kann sich die Membran mit Schmutz zusetzen und somit ihre Funktionalität einbüßen. Die Funktionswäsche sollte in der Waschmaschine bei 40 Grad unter Zugabe von für die Membran geeigneten Waschmitteln gewaschen werden. Anschließend wird die Kleidung im Wäschetrocker bei niedriger Temperatur reaktiviert. Mit dieser Maßnahme wäre die Wäsche quasi „kernsaniert“. Im Normalfall ist sie jetzt wieder dicht. Keinesfalls benutzt werden dürfen Weichspüler! Diese verstopfen die Membran auf immer und ewig!

Imprägniermittel für den Perleffekt

Dass das Wasser auf dem Außenstoff abperlt, muss durch Imprägniermittel sicher gestellt werden. Diese gibt es in den verschiedensten Formen: zum Sprühen, als Waschgangzugabe oder zum Einreiben. Da ja alle unter Zeitdruck leiden, haben wir uns für die Waschimprägnierung „Impra Wash“ von Hey Sport entschieden. Diese wird einfach ins Weichspülerfach der Waschmaschine gegeben und sollte die lädierte Bekleidung entsprechend dichten. Das Weichspülerfach sollte vorher gründlichst gereinigt werden. Einfacher kann die Anwendung nicht sein. Die Verschlusskappe kann laut Anleitung einfach zum dosieren verwendet werden. Die Flasche mit 250 ml Inhalt soll für bis zu neun Kilogramm Funktionswäsche ausreichen. Alternativ kann die Imprägnierung auch von Hand in einem Eimer mit Wasser eingespült werden. Hitze steigert den Effekt der Imprägnierung (wer hätte das gedacht?). Wir entscheiden uns für das zeitfreundliche Imprägnieren via Waschmaschine. In der Waschmaschine haben sich sündteure Goretex-Jacken und Billighosen vom Discounter eingefunden. Nachdem wir die noch leicht feuchte Funktionswäsche in den Trockner gepackt haben und diese dort noch ein paar extra Runden drehen durfte, naht die Stunde der Wahrheit. Doch wie soll es anders sein? Die Regenklamotten sind frisch imprägniert und was fehlt? Richtig, der Regen! Naja, ab mit dem Goretex-Edelstoff unter den Wasserhahn und was sollen wir sagen? Abperlen? Nö!! Funktioniert definitiv nicht! Gegencheck mit den anderen Textilien, ebenfalls Fehlanzeige. Die Wasserdichtigkeit wird ja, wie zuvor schon gelesen, durch das Waschen und Erwärmen wiederhergestellt, somit stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit der 15 Euro teuren Chemie von Hey Sport.

Fazit: Hohe Erwartungen werden meist von großen Enttäuschungen abgelöst. So auch in diesem Fall. Sicherlich gibt es Chemie, welche den Perl-Effekt wiederherstellt, doch „Impra Wash“ von Hey Sport ist es in diesem Fall nicht. 15 Euro für einen fragwürdigen Pflegeeffekt halten wir für überteuert. Auch die schmutzabweisende und Elastizität erhaltende Funktion können wir nicht bestätigen. Wenn wir Labortests durchführen würden, wäre eventuell messtechnisch eine Verbesserung vorhanden. Für Otto-Normal-Verbraucher beschränkt sich der Nutzen auf ein 15 Euro großes Loch in der Geldbörse.

Michael Kozlowski

Was war, was ist, was wird. Jetzt sitze ich hier und überlege, was ich ?Über mich? schreiben könnte. Leider, oder Gott sei Dank blieben mir geistige Ergüsse, wie Einsteins E=mc2 oder die Findung der Frage auf welche die Antwort ?42? ist, erspart. Auch ist es mir nicht gelungen, den Weltfrieden herbei zu führen. Doch im Rahmen der Möglichkeiten, die sich einem 1968-Geborenen, von einer alleinerziehenden Mutter indoktrinierten Bengel aus Moers bieten, bin ich im Rückblick auf mein bisheriges Leben recht zufrieden. Die angeborene Bauernschläue nutzend, ist es mir gelungen, die zehn Pflichtschuljahre ohne Verzögerungen oder besondere Auffälligkeiten zu absolvieren. Sehr gut oder schlecht ist mir der ein oder andere Lehrkörper in Erinnerung geblieben. So bin ich bis heute von meiner damaligen Klassenlehrerin, Frau Kluge, beeindruckt. Voller Idealismus versuchte Sie mir die Hauptfächer nahezubringen. Bis auf Mathe ist ihr das auch recht gut gelungen.

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