Mc Kenzie Mountain Bike oder die "Aldi-Connection"

Mc Kenzie Mountain Bike oder die „Aldi-Connection“

Geschrieben von Dirk
In vielen Bikezeitschriften konnte man von den Billigbikes lesen und der Eine oder Andere von euch fährt evtl. auch solch ein Bike.
Nun hatten wir die Möglichkeit ein solches Bike zu testen. Nein, wir haben es nicht gestellt bekommen! Ganz im Gegenteil, meine Freundin war so nett und hat eines käuflich erworben. Sie hat mir sogar erlaubt etwas über das Bike zu schreiben. Wie sich manch einer denken wird: „Der meint bestimmt eines dieser Bikes aus dem Baumarkt oder von einem „Lebensmittel-Discounter“. Richtig erkannt genau so ist es. Ein Bike aus dem Supermarkt dessen Name hier nicht erwähnt werden soll. Werbung wollen wir hier nicht
machen. Einige fragen sich bestimmt, wieso jemand sich ein Bike oder doch lieber Fahrrad beim „Tante Emma Laden“ kauft? Ganz einfach: Nicht jeder hat mal eben ein paar Euro locker und kann sich zwischendurch ein Bike für mehr als 800 Euro kaufen.
Meine Freundin konnte ich durch stundenlanges „bequatschen“ dafür begeistern auch mal abseits der Wege zu fahren. Da Sie mit Ihrem Bike nicht an irgend welchen Rennen teilnehmen oder Hardcore-Einsätze damit ausüben möchte, war ich der Meinung das ein Bike aus dem Supermarkt völlig ausreichen würde.
Zugegeben, dass Gewicht dieses Bikes ist mehr als heftig, trotz Alurahmen. Aber wie gesagt, es soll ja maximal über einen Waldweg schreddern und ein wenig spazieren fahren ohne gleich an der nächsten kleinen Wurzel zu scheitern.
Und wie es nun mal auch bei Frauen ist, sollte die Optik, nun ja, auch passen. Bei einem Preis von 399 Euro und den Parts die an diesem Bike verbaut worden sind, kann man nicht meckern.
Wie auf den Bildern zu sehen handelt es sich hier bei um ein Fully mit Doppelbrückengabel und Antriebsschwinge. Zu den Federwegen kann ich keine Angaben machen, ich denke die liegen so bei ca. 60mm. Eine Einstellung der Gabel ist nicht möglich und der Dämpfer ist mit einer 850 Feder ausgeliefert worden was ich persönlich für recht hart halte. Eine Verstellung am Dämpfer, sprich Druck-Zugstufe sucht man vergebens.

Aldi-Bike im Test

Zum Rahmen kann man sagen, dass die Verarbeitung ganz O.K. ist, wenn es nicht stört, dass die Aufkleber auf dem Lack sind. Die Schweissnähte… naja. Die Antriebsschwinge ist komplett aus Stahl, was wiederum das Gewicht erhöht. Was einem aber doch verwundert ist die Schalteinheit die am Bike montiert worden ist.
Als Shifter hat man Shimano Deore verbaut und als Schaltwerk sogar Shimano XT. Der Umwerfer gehört auch der Shimano Gruppe an, genau wie die Kurbelgarnitur (ist aber unterhalb der Deore-
Gruppe einzuordnen). Nachdem alles zum Thema Schaltung richtig eingestellt war, funktionierte diese auch ohne
Beanstandung. Zum Thema Bremsen kann man eigentlich nichts negatives sagen. Scheibenbremse vorne und hinten, zwar nur mechanisch, aber deren Funktion ist voll ausreichend, es war zwar
eine ganz schöne „Fummelei“ bis die Bremsen richtig eingestellt waren und nicht mehr an der Scheibe schliefen, aber auch dieses Problem wurde beseitigt. Das einzige was wirklich ein Problem an diesem Bike darstellt, ist der Sattel. Man hat bei diesem Sattel das
Gefühl er würde einem die Ar…backen auseinander drücken. Sehr unangenehm!. Ein anderes Einstellen des Sattels brachte keine Verbesserung. Wo wir gerade dabei sind: Die Sitzposition auf diesem Bike ist eher sportlich, also gestreckt. Das passt nicht
wirklich zum Charakter des Bikes. Aufgrund des hohen Gewichtes, ist es alles andere als eine „CC-Feile“. Da meine Freundin mit der Sitzposition nicht zufrieden war habe ich einen Shorty Vorbau mit einer Länge von 50 mm verbaut und noch einen 10 mm Spacer darunter gepackt. Dadurch ist die Sitzposition aufrechter und
angenehmer.

Lohnt sich der Kauf eines Aldi-Bikes?

Laufräder und Reifen sind für den Einsatzzweck ausreichend. Was stört und auch nicht gerade vorteilhaft für dieses Bike ist, dass die Reifen einen sehr hohen Rollwiderstand haben. O.K, bei diesem Preis kann man keine hochwertigen Reifen verlangen, von daher kann man, beziehungsweise, muss man sich damit abfinden.
Zur eigenen Sicherheit sollte man auf jedem Fall beachten:
Wer sich entscheiden sollte, solch ein Bike zu erwerben, der sollte auf jeden Fall vor der ersten Tour „alle“ Verschraubungen kontrollieren. Die Vormontage ist mehr als schlecht. An dem von uns gekauften Bike war manch eine Schraube nur handfest. Das sich so etwas nicht gut macht, kann man sich vorstellen, oder? Den ein Sturz bei einer etwas höheren Geschwindigkeit mit einem nicht zusammengeschraubten Bike kann fatale Folgen haben.

Fazit zu diesem Aldi-Bike:
Wer nicht soviel Kohle in der Tasche hat und ein Fahrrad haben möchte das annähernd an einem Mountain Bike erinnert, der ist mit dem Mc Kenzie recht gut bedient. Wer mehr in Richtung Freeride oder CC tendiert und einen ernsthaften Einsatz des Bikes in Erwägung zieht, der sollte weiter sparen. Für den CC-Einsatz ist es viel zu schwer und für den Freeride-Einsatz ist es nicht stabil genug.
Für den Weg zur Eisdiele oder zum Biergarten der am Ende eines Waldweges liegt ist dieses Bike genau das richtige. In einer Bike-Zeitschrift habe ich gelesen, dass man ein solches Bike mal ruhig im Garten liegen lassen kann wenn es regnet. Diese Meinung kann ich nicht teilen, den dann kann ich ja auch knapp 400 Euro so auf die Straße werfen. Das Mc Kenzie kann und soll auch gar nicht mit dem Komfort und der Stabilität eines „richtigen“ konkurrieren. Doch man kann seinen Spaß haben und wenn man es ein wenig pflegt hat man auch noch längere Zeit etwas von diesem Bike.

Michael Kozlowski

Was war, was ist, was wird. Jetzt sitze ich hier und überlege, was ich ?Über mich? schreiben könnte. Leider, oder Gott sei Dank blieben mir geistige Ergüsse, wie Einsteins E=mc2 oder die Findung der Frage auf welche die Antwort ?42? ist, erspart. Auch ist es mir nicht gelungen, den Weltfrieden herbei zu führen. Doch im Rahmen der Möglichkeiten, die sich einem 1968-Geborenen, von einer alleinerziehenden Mutter indoktrinierten Bengel aus Moers bieten, bin ich im Rückblick auf mein bisheriges Leben recht zufrieden. Die angeborene Bauernschläue nutzend, ist es mir gelungen, die zehn Pflichtschuljahre ohne Verzögerungen oder besondere Auffälligkeiten zu absolvieren. Sehr gut oder schlecht ist mir der ein oder andere Lehrkörper in Erinnerung geblieben. So bin ich bis heute von meiner damaligen Klassenlehrerin, Frau Kluge, beeindruckt. Voller Idealismus versuchte Sie mir die Hauptfächer nahezubringen. Bis auf Mathe ist ihr das auch recht gut gelungen.

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