Enthaarung für Mountainbiker

Germans are all hairy! Amis glauben: Alle Deutschen sind haarig!

Eine Diskussion, die oft geführt wurde: Sollen Biker sich die Beine enthaaren? Bei diesem Thema geraten Gemüter in Aufruhr. Die eine Seite tituliert die andere mit Schwuchtel, worauf die andere mit Affe kontert. Doch keiner wagte sich bis jetzt an das Tabuthema „Enthaarung“ heran. Echte Männer haben Haare! Oder?
Bei Frauen wird eine makellose und vor allem haarlose Haut vorausgesetzt. Frauen, die gegen diesen Trend ihrer Körperbehaarung das uneingeschränkte Wachstum erlauben, werden schnell als unästhetisch und ungepflegt abgestempelt.
Der Fetisch (zweifellos gibt es Männer, die ein solches Fell als erotisch empfinden) soll aussen vor bleiben. mtb-extreme wagt sich an das Tabuthema. Abgesehen von der Tatsache, dass ein haarloser Körper (nicht nur bei Frauen) erotischer ist, hat die Entfernung der Körperbehaarung auch hygienische Vorteile. Mittlerweile sollte es zum guten Ton bei Männern gehören, sich wenigstens der Achselhaare zu entledigen (Lästern wir nicht alle über Frauen, die dies unterlassen?!). Viele Männer scheinen mit dem Verlust ihrer
wildwuchernden Haarkulturen, die Angst zu verbinden weniger männlich zu wirken. Doch welche Frau empfindet einen nach Schweiss und Gott weis was noch riechenden Mann als anziehend (Auch hier bleibt der Fetisch aussen vor!). Die Achsel- und Schambehaarung ist „Brutstätte“ von unzähligen Bakterien. Diese
„Untermieter“ bilden aus dem abgesondertem Schweiss einen pheromonähnlichen „Duftstoff“. Dieser Duftstoff hatte früher die Aufgabe, willige Weibchen anzulocken. Heute sollten es doch ein wenig subtilere Methoden zur Anwendung kommen. Auf den Spruch: Riech an mir und werd willig! wird mit Sicherheit keine Frau anspringen. Sicherlich ist es möglich, seinen Eigengeruch unter
Zuhilfenahme von diversen, durch die Werbung angepriesenen Deodorants, zu übertünchen (Wer kennt die Duftorgien in voll besetzten Aufzügen nicht?). Für den Sportler ist der Geruch zweitrangig (Es soll noch unverbesserliche Nichtduscher geben). Bei den Rennradsportlern hat sich das rasieren der Beine schon längst
etabliert. Hier sind die Mountainbiker noch ein wenig prähistorisch zurückgeblieben. Es ist eine unumstößliche Tatsache, daß stark behaarte Beine fast unmöglich mit Massageölen effektiv behandelbar sind. Auch das einfache Auftragen von Sonnenschutzmitteln wird zur Geduldsprobe. Eine wahre Schaumparty! Es kann gesagt werden: Ja, wir befürworten das Entfernen animalischer Überbleibsel unser Primatenvergangenheit!

Enthaarung für Biker leicht gemacht!

Letztendlich bleibt es jedem überlassen, was er tut und läßt! Für die, die sich ihrer wenig kleidsamen Haare entledigen möchten, testeten wir einige mehr oder weniger schmerzhaften Methoden.
Was getestet wurde:
Nassrasierer „Wilkinson Protector“ (Der Klassiker)
Nassrasierer „Wlkinson Lady Protector“ (Für das zarte Geschlecht)
Elektrorasierer „Braun Syncro System Logic“ (Für High-Tech-Freaks)
Elektroepilierer „Philips Satin 2in1“ (Für die Harten unter den High-Tech-Freaks)
Enthaarungscreme „Veet“
Enthaarungsmousse „Veet-Sensitive“
Heiß- und Kaltwachs (wurde nicht getestet, da sich kein Opfer fand)
Bewaffnet mit diesen Utensilien des Leidens begaben wir uns in die heimische Nasszelle. Unkompliziert und schnell läßt sich das Beinkleid mit den Nassrasierern und ein wenig Rasierschaum entfernen. Nachteil dieser Art des „Kahlschlages“: Schon am nächsten Tage sind die Haare nachgewachsen und vermitteln den Eindruck von Schmirgelpapier. Trotz der Protector-Technik (Rasierklinge hinter Gittern) kam es zu mehr oder weniger schmerzhaften Schnitten und Hautirritationen. Vorteil ist der geringe Preis und der geringe Zeitaufwand. Einen Unterschied zwischen dem Lady-Protector und dem für das starke Geschlecht konnte nicht festgestellt werden. Definitiv ergonomischer ist der Lady-Protector mit seinem breitem Griffstück. Nach dem Stillen der Blutungen, konnte unser Test weitergehen, diesmal sollte an anderer Stelle der Elektroschnickschnack zum Einsatz kommen. Für das „Grobe“ wurde der Langhaarschneider des E-Rasierers benutzt. So vorbereitet ging es den übriggebliebenen Stoppeln an den „Pelz“. Da an den Beinen ein „Wildwuchs“ vorherrscht und keine klare Wuchsrichtung tat sich der Braun ein wenig schwer. Verschiedene Einstellungen brachten keinen nenneswerten Effekt. Genervt wurde der Test nach 10 Minuten erfolglosem „herum gefräse“ eingestellt. Wer Zeit und Muße hat kommt zu einem annähernd so gutem Ergebnis, wie bei der Nassrasur.
Todesmutig wurde der „Epilierer“ an die hausinterne Stromversorgung angeschlossen. Ein Geräusch wie von einem Modellmähdrescher und die rotierenden Klingen liessen vorsorglich die noch verbliebenen Haare zu Berge stehen. Nach 3 Sekunden war klar: Der Test wird abgebrochen! Die Schmerzensschreie hätten das ortsansässige „SWAT-Team“ auf den Plan gerufen. Unser Urteil: Völlig ungeeignet. Hochachtung vor den Frauen, die sich so regelmässig maltretieren. Was hat sich der Erfinder dieses modernen Foltergerätes nur gedacht? Nur mit gutem Zureden und versprechen einer Belohnung konnte unsere Testperson zum Weitermachen motiviert werden. Von der Werbung inspiriert, wendeten wir uns der chemischen Keule zu. Weniger quälend sollte es hier zugehen. Kurz die Gebrauchsanweisung überflogen und das Zeug draufgematscht. Ein wenig problematisch stellt sich der Auftrag der Veet-Creme dar. Mit dem mitgelieferten Spatel wird die Creme auf die zu rodende Stelle aufgetragen und 8-10 Minuten wirken gelassen. Besser aufzutragen ist das Veet-Mousse. Einwirkzeit ebenfalls 8-10 Minuten. Es empfiehlt sich, zuvor die Verträglichkeit zu testen. Bei der Creme wird nach Ablauf der Einwirkzeit die chemisch gelösten Haare unter zuhilfenahme des Spatels entfernt. Trotz intensiver Bemühungen gelang es nicht sämtliche Haare zu entfernen. Ein ähnliches Bild bot sich bei der
Mousse. Anders als bei der Creme, werden die gelösten Haare mit kreisförmigen Bewegungen mit dem mitgelieferten Schwamm abgerubbelt (das Entfernen der Haare sollte bei der Creme und bei der Mousse unter laufenden Wasser erfolgen). Abgerubbelt und abgetrocknet offenbaren sich noch einige Haarinseln. Entgegen
aller Bemühungen mit Schwamm und Spatel liesen sich diese nur mit gezieltem Zupfen oder Nachrasieren entfernen. Das Ergebnis der chemischen Enthaarungsmittel ist trotzdem beeindruckend. Eine seidenglatte Haut, glatt wie ein Kinderpopo, darf ich nun mein eigen nennen. Chemische Bestandteile reduzieren den Haarwuchs, sodaß die Haut länger haarlos bleibt. Wachsen die mit viel Mühe entfernten Haare nach, so fühlen diese sich nicht so borstig wie bei der Rasur an. (Bei der Rasur werden die Haare stumpf oberhalb der Haut abgeschnitten. Dieser Schnitt ist verantwortlich für das stoppelige Gefühl). Beim chemischen entfernen dringt der Wirkstoff bis an die knapp an die Haarwurzel vor, und löst das Haar auf. Beim epilieren wird das „Übel“ mit der Wurzel herausgerissen (Heul). Auch hier kein Stoppeleffekt. Wer die Qualen auf sich nimmt, wird nach einigen Jahren mit haarlosen Beinen belohnt (spätestens dann, wenn alle Wurzeln herausgerissen sind).

Fazit: Männer, wenn Ihr an Euren Frauen rummeckert, dann denkt daran, welche Qualen sie für Euch ertragen. Jeder sollte das probiert haben, bevor er ein Urteil über solche Kleinigkeiten des Lebens fällt. Das Ergebniss ist bei allen verwendeten Methoden das gleiche: keine Haare! Ein Test mit einer pflegenden Lotion bestätigt, was wir schon alle wussten: Kein Aufschäumen, sofortiges Einziehen in die Haut. Netter Nebeneffekt: Die benötigten Mengen an Massageölen etc. reduzieren sich erheblich und besser aussehen tut es auch (sagen die Frauen)! Wie und ob jemand seine „langen Unterhosen“ entfernt, muss jeder für sich entscheiden.
PS: Es fühlt sich auf jeden Fall eigenartig an und kalt ist es auch.

Michael Kozlowski

Was war, was ist, was wird. Jetzt sitze ich hier und überlege, was ich ?Über mich? schreiben könnte. Leider, oder Gott sei Dank blieben mir geistige Ergüsse, wie Einsteins E=mc2 oder die Findung der Frage auf welche die Antwort ?42? ist, erspart. Auch ist es mir nicht gelungen, den Weltfrieden herbei zu führen. Doch im Rahmen der Möglichkeiten, die sich einem 1968-Geborenen, von einer alleinerziehenden Mutter indoktrinierten Bengel aus Moers bieten, bin ich im Rückblick auf mein bisheriges Leben recht zufrieden. Die angeborene Bauernschläue nutzend, ist es mir gelungen, die zehn Pflichtschuljahre ohne Verzögerungen oder besondere Auffälligkeiten zu absolvieren. Sehr gut oder schlecht ist mir der ein oder andere Lehrkörper in Erinnerung geblieben. So bin ich bis heute von meiner damaligen Klassenlehrerin, Frau Kluge, beeindruckt. Voller Idealismus versuchte Sie mir die Hauptfächer nahezubringen. Bis auf Mathe ist ihr das auch recht gut gelungen.

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