Mountainbiken für Frauen

Mountainbiken für Frauen – Männer nein Danke – Buchvorstellung

Die Geschichte lehrt eines: Bücherverbrennung ist keine Lösung. Also Jungs, Männer, Opas und sonstige Stehpinkler: „Hört auf, dieses Buch zu verbrennen, zu verachten und zu verstecken!“. Was vielen Bikerinnen schon lange durch den Kopf geisterte, wird zur Wahrheit. Männer brauchen wir nicht! Nicht mehr! Okay, vielleicht um schwere Einkaufstaschen zu tragen und als leichte Samstagsabendunterhaltung, aber mehr nicht. Mit dem Buch „Mountainbiken für Frauen“ ist sozusagen die „Heilige Schrift“ der Bikerinnen und solcher die es werden wollen verfasst. Karen Eller ist in den Stand einer „Alice Schwarzer“ erhoben. Ihr glaubt, dass wären viele Vorschusslorbeeren für ein Buch? Eher noch zu wenig. Dieses Buch verspricht soviel Freiheit wie die Pille, Scheidungsanwälte und das Verbrennen von Büstenhaltern. Kein anderes Buch über das Mountainbiken macht Männer so überflüssig, wie „Mountainbiken für Frauen“. Die Herren der Schöpfung konnten sich bis jetzt eine gewisse überhebliche Arroganz erlauben. Irgendwer musste die Lady-Bikes schließlich in Schuss halten, sie pflegen und warten. Dementsprechend groß musste immer der Dank ausfallen. Kochen ohne zu murren, Putzen, verschwitzte Bike-Klamotten waschen usw… .Damit ist jetzt Schluss!!!

Selbst ist die Frau

Karin Eller, ihres Zeichen Trans-Alp-Siegern und ihr fast genauso guter Kollege Christoph Listmann (ebenfalls Sieger Trans-Alp), beantworten Fragen rund ums Biken aus der Sicht von Bikerinnen. 144 Seiten geballtes Wissen. Endlich muss sich Frau keine blöden Sprüche mehr anhören. A wie Anlieger wird ebenso erklärt wie Z wie Zahnkranz. Ausführlich wird auf die verschiedenen Bikes eingegangen, deren Ausstattungsmerkmale und Besonderheiten und das Einsatzgebiet für welches die Bikes gedacht sind. Das ganze ist recht kurzweilig und nicht so detailverliebt beschrieben, dass Frau als „Nicht-Mechanikerin“ die Lust verliert weiter zu lesen. Basics, wie ein perfektes Dämpfer-Setup gefunden werden kann, sind ebenso vorhanden, wie das ermitteln der richtigen Rahmengröße. Trainingsabläufen und Fitnessübungen, Grundlagen des herzfrequenzgesteuerten Trainings werden leicht verständlich abgehandelt und machen Lust auf mehr. Schließlich streben „wir“ Frauen eine perfekte Symbiose von Mensch und Technik an.

Psychologie des Bikens

Dabei spielt auch die Psychologie eine große Rolle. Das Buch ist natürlich keine Anleitung, um aus einem rosa Leibchen tragenden Klischee-Weibchen eine Walküre auf dem Rad zu machen. Der Wille, ein Ziel zu erreichen und sich dementsprechend zu überwinden Dinge zu tun, (die Frau unter normalen Umständen niemals tun würde) kann das Buch nicht liefern. Aber es kann einen in die Richtung stellen und eine theoretische Grundlage für das echte Fahrerlebnis schaffen. Wer etwas theoretische Kenntnisse besitzt, den kann die Praxis nicht mehr erschrecken. Wie beim Delius Klasing Verlag üblich, sind die Fahrsequenzen in einem Bild als „stehende Animation“ abgebildet.

Übung macht die Meisterin

Die so dargestellten Fahrsituationen lassen sich dadurch bis ins Detail verfolgen. Die Beschreibung setzt das ganze zu einem Ablauf zusammen. Das Buch eignet sich wunderbar für verregnete Tage. Kreuz und quer lässt es sich benutzen. Übung raussuchen, 100x lesen, hoffen, dass Frau es verstanden hat und beim nächsten Sonnenstrahl frohen Mutes üben, üben und nochmals üben. Es wird der Tag kommen, an dem wir Frauen an den rüpfelhaften männlichen Vertretern der Gattung Mensch vorbeiziehen. Für den verwirrten Blick des vermeidlich starken Geschlechts, lohnt sich jede Lese- und Leibesmühe. Eine neue Verteilung der Mächte kündigt sich im Unterholz an. Motivierte Bikerin, die trotz Mobilisierung aller Kräfte keinen Bunny Hop zustande gebracht haben, können aufatmen. Keine blöden Sprüche und langatmige umständliche Erklärung, die es zu verstehen gilt. Buch nehmen, nach schlagen, ach so sagen und üben.

Das nennt Frau wirkliche Freiheit!

Besonders gut ist der Abschnitt, der lebensnahe Situationen beschreibt: Frau hechelt mit letzter Kraft den Berg rauf, Mann labert und labert und labert… Das sind Situationen, die auch ein Deeskaltionstraining kaum beherrschbar machen kann.
Fazit: Lesen bildet. Lesen macht unabhängig. Lesen verschafft Vorsprung. Das lesen eine Kernkompetenz der modernen Zivilisation ist, sollte spätestens nach PISA klar sein. Mit dem Buch „Mountainbiken für Frauen“ treffen die beiden Autoren Karen Eller und Christoph Listmann das Thema Mountainbiken für Frauen aus der Sicht von Frauen für Frauen. Das Buch bekommt unsere uneingeschränkte Empfehlung als Lexikon des Bikens und als Friedensstifter. Bei Männern könnte das Buch eine Umwandlung zum Frauenversteher bewirken. Offiziell wird es natürlich kein Mann lesen, ebenso wenig wie Männer die Vogue, Elle oder sonstige
geschlechtsspezifische Bücher lesen…

Mehr Infos unter: http://www.delius-klasing.de
Infos:
1. Auflage,
144 Seiten,
195 Farbfotos,
Format Format 16,5 x 24 cm, kartoniert
Verlag Delius Klasing
ISBN 978-3-7688-3161-1
Preis: EUR: 14,90

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