Türkeiurlaub auf dem Bike

Türkei – Schnauze voll!!! Unsere Flucht in das Land von Vater Ata Türk!

Regen, Hagel und Graupelschauer vermiesen uns hier in Deutschland das biken gründlich. Urlaub! Das Zauberwort! Aber wohin? Nach Mallorca? Nee! Zu kommerziell! Nach langem suchen wurden wir fündig, die Mittelmeerregion. Türkei. Ein ideals Ziel für Hobby- und Freizeitsportler. Am frühen Morgen in die Berge zum biken oder ein Stück höher zum Snowboarden, anschließend ans Meer zum Baden. Sozusagen drei in einem. In die Türkei kommt man supergünstig und relativ schnell. Ab Januar bis März bekommt Ihr eine Woche zum Preis von 200-300 Euro inkl. Halbpension im Fünf-Sterne Hotel. Tchibo sei dank! Für sagenhafte 250 Euro haben wir uns in den Flieger gesetzt und uns die Türkei angeschaut. Der Flug von Düsseldorf nach Antalya dauert circa zweieinhalb Stunden. Zum
Thema Bike: Leihen lohnt sich nicht, außer ihr wollt den Nervenkitzel und stürzt Euch mit Aldibikes die Trails runter. Fragt einfach bei der Buchung nach, normalerweise zählt das Bike als Sportgerät und kann ohne Aufpreis mitgenommen werden (Zum Thema Bike und Fliegen wird es in Kürze auch noch einen ausführlichen Artikel geben)

Biken am ersten Tag – Türkei?

Am ersten Tag war nichts mit biken! Wir sind erst um 2.30 im Hotel angekommen. Erstmal ausschlafen und anständig frühstücken. Das Hotel in dem wir „abgestiegen“ sind, das Sultan Saray, läßt eigentlich keine Wünsche offen. Besonders das hausgemachte „Nutella“ kann ich empfehlen. Nach einer kurzen Erkundung der näheren Umgebung machen wir uns auf den Weg in die Berge. Hier sei schon erwähnt: Nichts für Weicheier! Wer gut ausgebaute Wanderwege erwartet, der sollte lieber nach Österreich fahren. Das Taurusgebirge ist kaum für Mountainbiker erschlossen. Also einfach drauflos fahren. Für CrossCountry Biker ist die Region eher nicht geeignet, es sei denn, man fährt die Küstenstraße ab. Aber für den ambitionierten Freerider und Downhiller gibt es hier Tracks und Trails an jeder Ecke. Vom Minidrop in cm Höhe bis zum Megadrop von 10 m oder mehr gibt es hier alles. Die Temperatur beträgt angenehme 22-25 Grad.

Megalange Uphills

Also genau richtig. Das Problem: Vor der Abfahrt hat der liebe Gott den Uphill gesetzt und dieser gestaltet sich mehr als schwierig. Der Aufstieg endet mehr in einer Freeclimbing-Aktion als im Fahren. Mist kein Shuttleservice! Tja, wie schon Anfangs erwähnt: Nichts für Weicheier! Warm anziehen ist auch pflicht, es ist tierisch kalt im Schatten und in den Bergen. Aber zum Teufel, wir sind Weicheier! Waldy und Dirk würden sich hier wirklich wohlfühlen. Uns treibt das Geklettere nicht nur den Schweiß auf die Stirn, sondern auch die Angst. Nach über einer Stunde Uphillstellen wir fest, dass wir nicht bereit sind unser Leben zu opfern. Also gehts im Schneckentempo wieder runter. Jeder Chickenway ist uns willkommen. Wie ich Waldy kenne, würde er sich hier mit seinem „Yipppieeee“ runterstürzen und nach mehr gieren. Für uns ist Ende. Wir crossen ein wenig am Fuß der Gebirgszüge herum und genießen das sonnige Wetter. Die Landschaft ist wirklich einmalig. Berge mit Schnee, 25 Grad und das Meer auf der anderen Seite. Am Fuß der Berge gehts in mittlerer Schwierigkeit durch Wälder und über Lichtungen. Wirklich einmalig… keine Wanderer die Meckern, keine Förster.

Bayrischer Biergarten

Auch ein Bayrischer Biergarten ist hier zu finden (Ich glaub die Bayern halten sich für Christoph Kolumbus und wollen die Welt erobern). Den Rest von unserem Urlaub erkunden wir die Gegend mit dem Dolmus (Dolmus ist türkisch und heißt „Immervoll“. Es sind kleine Busse, die immer bis zum Bersten mit Leuten gefüllt sind.) Ihr kommt wirklich für !ein Apel und ein Ei! überall hin. Für einen Euro bringen Euch die verkappten Formel 1-Fahrer von Göynük nach Antalya. In Antalya ist der Textilbasar wirklich einen Besuch wert. Jeder versucht Euch vermeidlich die besten und echtesten Jeans zu verkaufen. Aber Preis-Leistung ist wirklich OK. Wo bekommt man schon eine Levis für 15 Euro? Die Fälschungen sind wirklich gut. Außer biken könnt Ihr auch noch verschiedene Kulturstätten besuchen, zum Beispiel das Grab vom Nikolaus oder das Grab der Chimäre (seit Ewigkeiten brennende Erdgasquellen). Aspendos lohnt auch, eine alte Römerstadt in deren Nähe sich auch das zweitgrößte antike Amphitheater der Welt befindet. Ansonsten ist alles recht unspektakulär. Im Frühjahr überschwemmen die Rentner die Region (sind aber wirklich pflegleicht, außer am Buffet. Dort heißt es jeden Morgen und Abend:“Friß oder stirb!“ Ihr könnt auch versuchen die Sache auszusitzen, bei manchen könnte es morgen vorbei sein). Jeder versucht irgendwas an die Touristen zu verkaufen. Zu erwähnen sind noch die Friseure, die geben sich wirklich noch Mühe.

Der Frisör – Nicht witzig

Nicht ganz so witzig ist das „Abbrennen“ der Ohrbehaarung, gehört aber zur Standardprozedur. Unserer Meinung nach lohnt sich ein Besuch der Mittelmeerregion allemal. Der Preis ist für das gebotene wirklich der Hammer. Anbei noch ein paar Worte türkisch, damit Ihr nicht verloren geht: „Sargi malzemeniz var mit“ solltet Ihr euch gut merken. Auf Deutsch: Haben Sie Verbandszeug? Wo Ihr ein Schild seht mit „Dikkat!“ geht wahrscheinlich der Spass los, es bedeutet: Vorsicht! Achtung! So genug gesülzt…. wir müssen in die Sonne…….Eyvallah! Was soviel wie Tschüss heißt…….

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