Sigma Fitwatch mit bestechender Optik – Tré chic

„Form follows function“ wurde jahrelang von den Herstellern der verschiedensten Produkte als Motto missbraucht. Plötzlich war alles, was mehr als fragwürdig aussah, als die perfekte Symbiose aus Technik und Ergonomie betitelt. Ob im Autobau oder im Haushalt, überall sind Produkte im einfallslosen Funktionsdesign zu finden. Colani wagte als einer der wenigen einen Ausbruch aus der grauen Masse der charakterlosen Technikgestalter. Jeder kennt die von Vobis verkauften Colani-Design-Computer der 90er oder die DAF-Zugmaschine, die sich optisch aufregend auf den Straßen zeigt. Ob die Form gefällt? Nun über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten. Leider ist die Tendenz der langweiligen Designs im Bereichen wie Sport und Freizeit ungebrochen.

Trendgemäß wird Sport getrieben

Alles ist topmodisch, das ganze Outfit ist gestylt und modekonform. Trendgemäß wird Sport betrieben, um die Fitness zu steigern und der Krankenkasse ein Schnippchen zu schlagen. Dabei trägt man natürlich die aktuelle Kollektion der Markenhersteller. Nur am Handgelenk, dort klammert sich ein tristes Stück Hartplastik in grau und schreit nach Aufmerksamkeit. Wie ein Trabant beim Formel 1 Rennen fallen die Pulsuhren Polar und Co. KG auf. Einziger Lichtblick waren bisher die Titanmodelle von Polar. Allerdings machen diese Modelle einen etwas lustlosen Eindruck. Ganz anders Sigma. Dort begreift man das Thema Fitness als Ganzes. Die neue Fitwatch ist mehr als gelungen. Optisch wie auch technisch ist sie über jeden Zweifel erhaben. Obwohl das Gehäuse, wie bei fast allen anderen Pulsmessern, aus Kunststoff besteht, macht der Herzfrequenzmesser keinen billigen Eindruck.

Schlanke Schönheit – Sigma Fitwatch

Das mattierte Finish der zweifarbigen Schönheit lässt die Uhr schlank und edel erscheinen und hebt sich wohltuend von den Hochglanzkollegen ab. Mit einem Gewicht von 44 Gramm fällt die Uhr in die Kategorie Federgewicht. Die Produktingenieure von Sigma haben Ihre Hausaufgaben gemacht. Die Zielgruppe der motivierten Freizeitsportler ist ganz klar getroffen. Die komplette Konzeption der Pulsuhr ist auf einfachste Bedienung bei maximalen Nutzen und minimalsten Preis ausgerichtet. Wer ohne Vorkenntnisse sinnvoll trainieren möchte, findet in der Fitwatch den idealen Partner. Der Pulsmesser erstellt anhand einiger Eckdaten (Größe, Gewicht, Alter und Geschlecht) eine Maximalpulsberechnung. Aus dieser leitet der integrierte Trainingsmanager selbstständig die Trainingszonen ab.

Automatische Festlungen der Pulszonen

Je nach Zielsetzung des Trainings werden die Health- (Gesundheits) Zone (55-70% der maxHF), die Fitness-Zone (Aerobes Ausdauertraining, 70-80% der maxHF) oder die Performance-Zone (>80% maxHF) aufgezeichnet. Nach dem Training kann auf der Uhr analysiert werden, wie lange in welcher Pulszone trainiert wurde, wieviel Kcal verbraucht wurden usw. Übersichtlich lässt sich der gesamte Verlauf ohne Computerschnittstelle direkt am Handgelenk auswerten. Leider nur für sieben Tage. Die Menüführung ist komplett in deutsch. Alle Funktionen können intuitiv gefunden
und genutzt werden. Wer seine Herzfrequenz-Zonen kennt, kann diese manuell in den Voreinstellungen eintragen. Wem diese Werte fehlen, bekommt mit dem Fitnesstest ein gutes Werkzeug an die Hand, um den Erfolg des Trainings zu überprüfen und im Vorfeld seine Grenzwerte zu bestimmen. An dieser Stelle möchten wir alle Sporteinsteiger warnen: „Übermut tut selten gut“ und „Weniger ist mehr“. Wer jahrelang Sportabstinenzler war, der sollte, bevor sein neues sportliches Leben beginnt, zumindest seinen Hausarzt konsultieren und sich grünes Licht für Olympia geben lassen.

Unauffälliger Trainingsbegleiter

Beim Training verhält sich die Sigma Fitwatch unauffällig. Im direktem Vergleich gegen die Polar S710I ergaben sich bei den Messwerten keine nennenswerten Unterschiede. Der Puls wurde auf beiden Uhren nahezu gleich angezeigt und ausgewertet. Die leichten Abweichungen bei der Kalorienauswertung werden wohl durch unterschiedliche Berechnungsgrundlagen verursacht. Die Bedienung ist etwas „fummeliger“ als bei der Polar. Durch die kleinen Knöpfe, braucht man etwas mehr Fingerspitzengefühl, um die gewünschte Funktion während des Trainings zu aktivieren. Das Display ist jederzeit gut ablesbar und die Warntöne sind ausreichend laut. Eine sehr gute Idee ist die Kontrasteinstellung für das Display. Schmerzlich vermisst haben wir die Displaybeleuchtung. Die Anzeige der aktuellen Pulsfrequenz hätte unserer Meinung nach ruhig etwas größer sein können. Sie ist zwar gut lesbar, aber sehr klein im Vergleich zur Polar.

Fazit: Die Sigma Fitwatch ist eine konkurrenzlos gut aussehende Pulsuhr, die sich keine eklatanten Schwächen erlaubt. Für den Preis von 79 Euro ist sie zweifellos ein Schnäppchen mit Alltagsqualitäten. Der Brustgurt ist aus super weichem Kunststoff gefertigt und trägt sich angenehmer, als die Pedanten anderer Hersteller (ausgenommen der Wearlink von Polar). Das Fliegengewicht macht auch nach dem Sport eine Figur am Handgelenk. Einmal umgeschnallt will man die Fitwatch gar nicht mehr ablegen. Der Batteriewechsel im Brustgurt kann selbst vorgenommen werden. Bei der Uhr ist dies zwar auch möglich, doch dann sollte bedacht werden, dass diese ihre Wasserdichtigkeit verlieren könnte. Mit einem kleinen Kreuzschraubendreher kann die Rückseite des Pulsmessers aufgeschraubt und die Batterie gewechselt werden. Zum Tieftauchen eignet sich die Sigma (wie die meisten anderen auch) nicht, lediglich 3 Meter Tauchtiefe sind zulässig. Die Bedienungsanleitung ist leicht verständlich und übersichtlich. Neben den Funktionen der Uhr liefert sie einige Infos zum Thema
herzfrequenzorientiertem Training. Armband und Brustgurt sind lang genug, so dass auch „größere Kaliber“ zurechtkommen. Ob Biker, Läufer oder Walker mit der Fitwatch lässt sich das Training gesund und effektiv gestalten. Wir finden: Eine preisgünstige Alternative zu den anderen unansehnlichen und plumpen Pulsmessern. Schade das eine Beleuchtung fehlt.

Alle Funktionen der FITWATCH auf einen Blick:
Volltextanzeige in Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch Training Manager für die optimale Steuerung des persönlichen Trainings. Fitness-Test integriert, mit dem die persönliche Fitness des Sportlers bestimmt werden kann. Uhrenfunktionen: Uhrzeit, Datum, Stoppuhr, 2 zusätzliche Timer für Langzeitmessung (z.B. Tagesetappen), Trainingszeit – gesamt, Trainingszeit Health-Zone 55-70% von HF max., Trainingszeit Fitness-Zone 70-80% von HF max., Trainingszeit Performance-Zone ab 80% von HF max. Puls-Funktionen: Aktueller Puls, Manuelle Einstellung der maximalen Herzfrequenz, Automatische Einstellung der maximalen Herzfrequenz, %-Angabe zur maximalen Herzfrequenz, Durchschnittliche Herzfrequenz, 3 Trainingszonen, Manuelle Einstellung der 3 Zonen, Kalorien-Zähler (Sportartspezifisch), Erholungszeit-Funktion Speicher-Funktion: Daten-Speicher für 7 Trainingseinheiten

Ersatzteile:
Brustband inkl. Elastikgurt VK-Preis: 24,95 Euro
Elastikgurt VK-Preis: 7,95 Euro
Batterie VK-Preis: 3,45 Euro

Mehr Infos:
SIGMA Elektro GmbH
Dr.-Julius -Leber-Str.15 – D-67433 Neustadt
Tel.: 06321/9120-0
Fax: 06321/9120-34
www.sigmasport.com

Michael Kozlowski

Was war, was ist, was wird. Jetzt sitze ich hier und überlege, was ich ?Über mich? schreiben könnte. Leider, oder Gott sei Dank blieben mir geistige Ergüsse, wie Einsteins E=mc2 oder die Findung der Frage auf welche die Antwort ?42? ist, erspart. Auch ist es mir nicht gelungen, den Weltfrieden herbei zu führen. Doch im Rahmen der Möglichkeiten, die sich einem 1968-Geborenen, von einer alleinerziehenden Mutter indoktrinierten Bengel aus Moers bieten, bin ich im Rückblick auf mein bisheriges Leben recht zufrieden. Die angeborene Bauernschläue nutzend, ist es mir gelungen, die zehn Pflichtschuljahre ohne Verzögerungen oder besondere Auffälligkeiten zu absolvieren. Sehr gut oder schlecht ist mir der ein oder andere Lehrkörper in Erinnerung geblieben. So bin ich bis heute von meiner damaligen Klassenlehrerin, Frau Kluge, beeindruckt. Voller Idealismus versuchte Sie mir die Hauptfächer nahezubringen. Bis auf Mathe ist ihr das auch recht gut gelungen.

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