Lidl MTB-Short im Test

Bike-Short von Lidl – Prinzessin auf der Erbse

Die Discounter schaffen es immer wieder uns mit vermeintlichen Schnäppchen in den Laden zu locken. Der Sommer rückt immer näher, die verstaubten Bikes werden geputzt und für die neue Saison vorbereitet. Bei der Durchsicht der Funktionsklamotten fällt dann das eine oder andere Museumsstück, welches nur noch vom Mottenpulver zusammengehalten wird, der Altkleidersammlung zum Opfer. Die Bike-Handschuhe, welche zeitgleich im Angebot waren, sind leider nur von durchwachsener Qualität. Wie schaut es mit der Bike-Short aus? Kann sie überzeugen? Bike-Short zum Schnäppchenpreis Der Preis von 9,99 Euro ist wirklich ein erschütternd niedriger.  Wer zu zweit essen geht, der ist schon wesentlich mehr Geld quitt. Die Aussicht, eine optisch gefällige Bike-Short zu ergattern, lässt jeden MTB-begeisterten Schnäppchenjäger zum stammelnden Idioten werden. Ohne Rücksicht auf Verluste muss das (meist vermeintliche) Schnäppchen ergattert werden. Sonst überkritsche Qualitätsfetischisten kaufen den größten Müll. Selbstverständlich ist das Team der mtb-extreme da ganz anders. Mit professioneller Selbstverachtung ist es uns gelungen, eine der Bike-Shorts zu ergattern. Die normalen Größen wie zum Beispiel “M” sind blitzschnell vergriffen. Festzelte in den Größen XL-XXL sind stets genug vorhanden (das liegt wohl daran, das keiner der sportlich ambitioniert ist, in eine solche Hose wächst).

Reißverschlüsse als Qualitätsmerkmal?

Wenn die Anzahl der Reißverschlüsse ein Qualitätskriterium sein sollte, dann rangiert die Lidl-Bike-Short ganz weit oben in der Qualitätsskala. So einfach ist es natürlich nicht. Alle Tasche sind mit einem Reißverschluss ausgestattet. So löblich diese Idee auch ist. Sie scheitert kläglich an der Verarbeitung. Mit einer einfachen Naht ist der Zipper mit dem Rip-Stop-Gewebe vernäht. Ob das lange hält ist fraglich. Die Taschen sind alle mit Doppelnähten aufgebracht und machen einen durchaus soliden Eindruck. Die Hose ist innen mit einem weichen Netzgewebe gefüttert. Das verhindert Scheuerstellen. Der Allerwerteste soll mit einem Polster vor unerwünschter Pein geschützt werden.

Hauchdünnes Polster

Das Polster verdient jedoch seinen Namen nicht. Die hauchdünnen Schaumstofflagen werden von einem Schaumstoffvlies getragen, welches seinerseits mit drei Klettverschlüssen in der Hose fixiert werden soll. Der Grundgedanke der Polster ist eigentlich ein Tragen ohne Unterwäsche, um Druck und Scheuerstellen durch selbige zu vermeiden. Die schwammartige Konsistenz der Polsterung sieht aus wie ein Eldorado für Bakterien. Daran kann auch die wohl zum Einsatz kommende Silver-Technologie nichts ändern. Es bleibt auch offen, ob diese im Polster oder in der Hose zum Einsatz kommt. Die Bundweite lässt sich durch einen Gummizug variabel verstellen. Erfahrungsgemäß überdauern diese Gummikordeln nur wenige dutzend Wäschen. Die recht schnittige Hose ist federleicht. Der Style ist OK. Eine Bikeshort halt.

Fazit: Mehr kostet mehr. Leider kann die Bike-Hose nicht recht überzeugen. Der Versuch der mtb-extreme mit der aufgenähten Stickerei zu Huldigen war zwar vom Hersteller nett gemeint, verbessert aber nicht wesentlich den Gesamteindruck. Schnäppchen hin oder her. Es gibt gewisse Kriterien die erfüllt werden sollten. Die Vernähung der Reißverschlüsse und das Sitzpolster sind inakzeptabel schlecht. Selbst der geringe Preis von 9,99 können da nicht trösten. Für den harten Freeride oder Dauereinsatz ist die Hose nicht zu empfehlen. Wer am Wochenende
eine gemütliche Runde drehen will, der ist mit der Hose gut beraten.
Allerdings sollte der Allerwerteste hart im Nehmen sein. Das Polster jedenfalls verspricht keine Tourenfreude. Mit dem Polster wird man sich wohl wirklich fühlen wie die sprichwörtliche Prinzessin auf der Erbse. Sinnvoll ist es, eine hochwertige Radunterhose mit vertrauenserweckenderen Polstern zu tragen. Die Hose entspricht dem, was sie kostet. Es ist kein echtes Schnäppchen, dafür müsste die Verarbeitung von besserer Qualität sein.

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