Die erste MTB-Tour des Jahres

Der erste Ausritt diesen Jahres oder das Leid der Frauen!

Geschrieben von Susanne
Endlich Ostern, endlich ist schönes Wetter angesagt! Also, was plant man (frau) da so an diesem schönen Wochenende? Ist doch klar! Das Bike wird aus dem Keller geholt, kurz durchgecheckt und los geht’s. Sollte man denken. Aber leider sind doch einige kleine Reparaturarbeiten zu erledigen: Die Batterie vom Tacho hat den Winter nicht überlebt, sie muss ausgewechselt werden. Die Luft in den Reifen lässt auch zu wünschen übrig. Die Klamotten müssen aus der hintersten Schrankecke herausgefischt werden. (Hoffentlich passen die noch!) Jetzt wird sich in die Klamotten gepellt, sie passen! Juhu! Da hat das Diäten doch was gebracht. Michael drängelt schon: „Komm jetzt endlich! Sieh` zu!“ Nun gut, ich mach, dass ich fertig werde und schon geht es los! Die ersten Meter sind ungewohnt. Der Popo fängt auch schon an, weh zu tun. Oje, und das soll ich 20 km durchhalten? Ich muss mich ganz schön innerlich motivieren! Michael fährt, als ob er den ganzen Winter durchgefahren ist. So locker und flockig, wie ein junger Gott! Das demotiviert noch mehr. Aber ich beiße die Zähne zusammen und versuche, mir nichts anmerken zu lassen. Und siehe da: es hilft! Der Tritt wird runder und kräftiger. Der Popo tut nicht mehr ganz sooo weh! Die Laune steigt! Das geht dann eine ganze Weile so, aber an die Geschwindigkeit von Michael kann ich mich irgendwie nicht anpassen. Aber egal, ich fahre, wie ich es meine, und basta. Michael guckt zwar manchmal etwas angenervt nach mir und schüttelt den Kopf, aber das ignorier ich einfach! Die gute Laune hält ein paar Kilometer an, dann kommt aber der erste Gegenwind. Puh, das geht ganz schön in die Beine, und ich werde noch mal langsamer! (Noch langsamer? Geht das überhaupt, oder fahre ich schon rückwärts?) Ich schaue auf meinen Tacho: 20 km/h! Ist doch nicht so langsam! Wir biegen ab und der Gegenwind lässt auch nach. Die Laune steigt wieder. Wir biegen nun auf unsere Hausstrecke ab. Es geht ein wenig über Stock und Stein, es macht wieder Spaß! Die erste Anhöhe naht. Oje, komme ich da auf Anhieb hoch, oder versage ich kläglich? Juhu, ich schaffe es auf Anhieb! Ich bin sehr stolz auf mich! Selbst Michael guckt mich erstaunt und ein wenig verdutzt an. Er hat es natürlich auf Anhieb geschafft. Ist doch klar, oder? Aber dann merke ich, wie ich doch ganz schön pruste und muss erst mal meine Kehle befeuchten. Aber dann geht es weiter. Ich bin voll gut drauf!!
Wir fahren weiter, Michael natürlich wieder in einem Affentempo und ich langsamer hinterher. Da hat doch jemand tatsächlich dickere Äste (um nicht zu sagen Riesenbaumstämme!) in den Weg gelegt! Ich verdächtige mal Waldy und Dirk! Aber auch diese Hürden schaffe ich! Mensch, das klappt doch gut! Ich werde mutiger und schneller. Als ich um die nächste Kurve biege, steht Michael da und wartet auf mich. „Biste auch schon da?“ lautet der Kommentar von ihm. Mh, egal, ich ignoriere es. Wir fahren weiter. Ich schaue auf meinen Tacho. Boah, schon 8 km, da muss ich ja nur noch 12 km durchhalten. Wir fahren aus dem Wald heraus um ein wenig auf der Straße zu fahren. Der Gegenwind ist wieder fürchterlich. Ich werde wieder langsamer (oder fahre ich doch schon rückwärts?) Das geht ein paar Kilometer so weiter. Bei Kilometer 15 denke ich, juhu jetzt fahren wir auf direktem Weg nach Hause, ich habe es bald geschafft! Aber nein, Michael biegt hier und da noch ab. Zwar ist es dort schöner zu fahren, als nur auf der Straße, aber ich kann nur noch denken: „Das werden aber mehr als 20 km! Schitt! Ich kann nicht mehr, gleich bleibe ich einfach stehen, egal was kommt!“ Ich schaffe es, ich schaffe es!! Ich muss nur noch ein paar Meter durchhalten! Nicht mehr lange, und ich bin zu Hause! Durchhalten!!! Endlich, zu Hause! Ich steige vom Bike, meine Beine fühle ich irgendwie nicht mehr. Ich habe es geschafft! Zwar bin ich ziemlich geschafft aber auch unendlich stolz auf mich. Ich schaue auf meinen Tacho und stelle fest, dass wir genau 20 km gefahren sind. Jetzt ist die erste Hürde geschafft und ich werde wieder häufiger biken. Auch meine Kondition wird dadurch besser werden, hoffe ich! Das war der erste „Ausritt“ in diesem Jahr – mehr schlecht als recht, aber immerhin.

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