Helm Bell 4forty im Test - Seitenansicht

Helm Bell 4Forty im Test – The great Commandment

Als Kind der 80er kommt man nie von der Zeit los. Irgendeine verkehrt geschaltete Synapse visualisiert den Bell 4Forty in Camouflage-Design direkt mit dem Song „The Great Commandment“ vor meinem inneren Auge. Vielleicht weil der 4Forty von Bell im schicken grau/schwarzen Tarnfleck-Design daherkommt oder weil er ein wenig an einen Special-OPs-Helm erinnert? Das Gebot der Stunde: Den Kopf des Trägers vor Ungemach schützen. Kann er das? Was kann der Helm für unter 100 Euro? 

Bell 4Forty – Trailhelm mit cooler Camouflage-Optik

Helme gibt es wie Sand am Meer. In allen Farben, Formen und Preisklassen. Manche Helme sehen aus, als hätte man den Mülleimer übergestülpt. Am Ende ist die große Frage: Habt ihr ein Helmgesicht? Die meisten wahrscheinlich nicht. Dann sollten die technischen Aspekte und die Leistungsdaten eines Helmes im Vordergrund stehen. Der 4Forty ist in verschiedenen Farben und Designs erhältlich. Bei einem Straßenpreis von 60 Euro dürft ihr natürlich keine Kohlefaser mit hochwertiger Mehrschichtlackierung erwarten. Die grau/schwarze Tarnfleck-Optik der Polycarbonat-Schale ist tadellos, bis auf einige kleine Fehler an den Übergängen. 

Stabiler Begleiter für jede Tour 

Die Helmschale und das EPS-Innenleben werden in einem Arbeitsgang „In-Mold“ verarbeitet. Dadurch kann der Klebstoff eingespart werden und die Verbindung zwischen der Aussenschale und der schlagdämpfenden Innenschale ist damit für alle Zeiten gesichert. Ein zusätzlicher Pluspunkt ist das dadurch gewonnene „Mehr“ an Stabilität. Die Außenschale verfügt unten über einen Rand, der die Innenschale einfasst. Im vorderen Bereich gibt es zwei Nasen, die wir für zumindest fragwürdig halten. Durch die Form der in Richtung Stirn zeigenden Nasen, befürchten wir im Falle eines Aufpralls ein unnötiges Mehr an Verletztungsrisiko. Die Spitzen konzentrieren die Aufschlagsenergie auf zwei sehr kleine Punkte. Dieses Manko tritt bei Helmen ohne den stabilisierenden Unterrand nicht auf. Da der Helm natürlich über alle CE-Prüfzeichen und Zulassungen verfügt, gehen wir von einem geringen Risiko aus, aber dennoch: Besser geht immer!

Leichte Gratbildung an den Belüftungsöffnungen und kein Insektenschutz

Die zahlreichen Belüftungsöffnungen sorgen im Sommer und bei hitzigen Duellen auf dem Trail für ausreichend viel Frischluft. Ihr müsst euch keine Sorgen machen, dass euer Gehirn gekocht wird. Die 15 Schlitze sorgen für einen Airflow wie im Formel-1-Renner. Was wir beim Bell 4Forty vermisst haben: Das Insektengitter. Aus Erfahrung können wir sagen: Kein Spaß, wenn eine Wespe euren Helm als Landebasis aussucht und voller Vorfreude eine der Belüftungsöffnungen als neue Einflugschneise für das Nest auserwählt. An den Nahtstellen zwischen Innen- und Außenschale gibt es den einen oder anderen Grat. Es besteht aber keine Gefahr, dass ihr euch damit die Pulsadern aufschneidet.  Hier muss man die Kirche im Dorf lassen. Der Preis bleibt irgendwo. 

Gut gepolstert mit perfektem Sitz – Float Fit

Das von Bell Float Fit getaufte Anpassungssystem sorgt für eine wirklich optimale Anpassung an den Kopf. Der Helm sitzt wie angenagelt ohne zu drücken. Ein kurzer Dreh und fertig. Die Gurtwaage lässt sich leicht verstellen und sorgt für einen sicheren Sitz. Um die Helmhöhe an der Kopfform anzupassen befindet sich im inneren eine weitere Verstellmöglichkeit. Die weichen Innenpolster werden mit Klett in Position gehalten und ermöglichen ein einfaches Entfernen zum Waschen. Die Gurte sind angenehm weich und flexibel. Allerdings machen sie einen etwas „läprigen“ Eindruck. 

Verstellbarer großer Sonnenschutz – Google Guide

Der Sonnenschutz lässt sich nach oben und unten schieben. Ob man das in der Praxis benötigt? Schaden kann es jedenfalls nicht. Den Google Guide aus der Produktbeschreibung haben wir nicht gefunden. Bei mir hat der Helm von oben auf den Rahmen der Brille gedrückt. Bei Susanne war es kein Problem. Hier spielt die Brillenform eine große Rolle. Die Bügel störten nie. Wer den Helm kaufen möchte, sollte seine Lieblingsbrille zur Anprobe mitnehmen. Nichts ist nerviger, als eine Brille, die nach kurzer Zeit anfängt zu drücken und so für Kopfschmerzen sorgt.

Fazit: Der Bell 4Forty ist ein optisch gefälliger Helm, der alle Anforderungen des Bikealltags meistert. Die Verarbeitung ist für einen Helm in der Preisklasse völlig OK. Gurtsystem und Verstellung überzeugen durch einfache Handhabung. Die mehrsprachige Anleitung könnte etwas ausführlicher sein. Gerade bei Anfängern sehen wir oft die abenteuerlichsten Helmpositionierungen. Die Passform und Optik finden wir optimal. Mit einem Gewicht von unter 350 Gramm fällt der Helm kaum auf. 

Mehr Infos: 
https://www.bellhelmets.com/

Michael Kozlowski

Was war, was ist, was wird. Jetzt sitze ich hier und überlege, was ich ?Über mich? schreiben könnte. Leider, oder Gott sei Dank blieben mir geistige Ergüsse, wie Einsteins E=mc2 oder die Findung der Frage auf welche die Antwort ?42? ist, erspart. Auch ist es mir nicht gelungen, den Weltfrieden herbei zu führen. Doch im Rahmen der Möglichkeiten, die sich einem 1968-Geborenen, von einer alleinerziehenden Mutter indoktrinierten Bengel aus Moers bieten, bin ich im Rückblick auf mein bisheriges Leben recht zufrieden. Die angeborene Bauernschläue nutzend, ist es mir gelungen, die zehn Pflichtschuljahre ohne Verzögerungen oder besondere Auffälligkeiten zu absolvieren. Sehr gut oder schlecht ist mir der ein oder andere Lehrkörper in Erinnerung geblieben. So bin ich bis heute von meiner damaligen Klassenlehrerin, Frau Kluge, beeindruckt. Voller Idealismus versuchte Sie mir die Hauptfächer nahezubringen. Bis auf Mathe ist ihr das auch recht gut gelungen.

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